Die Aktienmärkte in Asien legten am Mittwoch zu, nachdem ein überraschender Rückgang der US-Inflation die Befürchtungen eines unmittelbar bevorstehenden Zinsschritts der Federal Reserve minderte, während eine Pause beim Ölaufschwung einige der zuvor in der Woche dominierenden Belastungen nahm.
Südkoreas Kospi schoss um 7% nach oben, Japans Nikkei 225 stieg um 1% und MSCI’s breitester Index für Asien-Pazifik-Aktien außerhalb Japans gewann 2.4%.
Der Anstieg folgte den Gewinnen an der Wall Street, wo starke Bankergebnisse dazu beitrugen, dass der S&P 500 und der Nasdaq höher schlossen, trotz eines etwa 25%igen Einbruchs bei IBM. Auch die US-Futures deuteten nach oben.
Abkühlende Inflation setzt die Zinsdebatte neu in Gang
Die US-Verbraucherpreise fielen im Juni um 0.4%, der größte monatliche Rückgang seit April 2020, nachdem die Energiekosten stark gesunken waren. Die Kernpreise blieben im Vergleich zum Mai unverändert, während die jährliche Kerninflationsrate von 2.9% auf 2.6% verlangsamte.
Der Bericht veranlasste Händler, die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung im Juli auf rund 16% zu reduzieren.
Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen fielen um 11 Basispunkte auf 4.19% und kehrten damit einen Teil des Anstiegs der vorherigen Sitzung um ein 17-Monats-Hoch um.
Strategen sagten, die Kombination aus nachlassender Inflation und resilienten Unternehmensgewinnen könne einen breiteren Aktienaufschwung stützen.
Große US-Banken präsentierten starke Zahlen für das zweite Quartal, gestützt durch lebhaften Handel und Investmentbanking-Aktivitäten, was Anlegern einen weiteren Anreiz gab, wieder in Risikoanlagen zu investieren.
Die KI-Begeisterung steht vor einer neuen Bewährungsprobe
Der überproportionale Zuwachs des Kospi spiegelte eine weitere starke Schwankung bei Halbleiteraktien nach mehreren volatilen Sitzungen wider.
Der Fokus richtet sich nun auf ASML, das am Mittwoch seine Ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlichen wird.
Die Auftragslage und der Ausblick des niederländischen Unternehmens werden eine frische Einschätzung der Investitionen in die fortgeschrittene Chipfertigung liefern.
Der Optimismus bleibt fragil. IBM verlor etwa ein Viertel seines Wertes, nachdem es gewarnt hatte, dass die Einnahmen im zweiten Quartal nur um 1% auf $17.2 billion steigen würden, und damit unter den von Analysten erwarteten $17.86 billion lagen.
Auch die bereinigte Gewinnprognose verfehlte die Schätzungen.
Die Warnung deutete darauf hin, dass Unternehmens-IT-Budgets zugunsten von KI-Infrastruktur, einschließlich Servern, Speicher und Rechenzentren, verschoben werden, zulasten traditioneller Software und Beratungsleistungen.
Diese Aufteilung macht Investoren selektiver, obwohl die Ausgaben für den breiteren KI-Ausbau weiterhin stark bleiben.
Chinas Abkühlung und Ölrisiken dämpfen die Erleichterung
Die chinesische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 4.3% und verfehlte damit die Prognosen, da die schwache Binnennachfrage stärkere Industrieproduktion und Exporte ausglich.
Eine Erholung der Einzelhandelsumsätze im Juni gab etwas Zuversicht, doch Ökonomen erwarten, dass politische Unterstützung gezielt und nicht breit angelegt bleiben wird.
Der Yuan stärkte sich auf ein Einmonats-Hoch, obwohl Festlandsaktien der regionalen Rallye hinterherhingen.
Investoren warten weiterhin auf klarere Belege dafür, dass der private Konsum und der Immobilienmarkt sich verbessern.
Brent stabilisierte sich nahe $85.80 je Barrel, nachdem es diese Woche fast 13% zugelegt hatte.
Präsident Donald Trump hat eine vorgeschlagene 20%ige Abgabe für Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, fallen gelassen, wodurch eine unmittelbare Sorge gemildert wurde, doch die US-Blockade iranischer Häfen und erneute Militärschläge hielten den geopolitischen Risikoaufschlag weiter fest verankert.
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