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Bitcoin fällt unter 65.000 Dollar, herbe Verluste für Zcash und Cardano

source-logo  trendingtopics.eu 04 Juni 2026 13:13, UTC
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Der Bitcoin-Kurs ist Anfang Juni 2026 unter die Marke von 65.000 US-Dollar gerutscht und notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit Februar. Laut CoinMarketCap-Daten lag die größte Kryptowährung zuletzt bei rund 64.210 Dollar – ein Minus von etwa 3,7 Prozent auf Tagessicht und gut 11,5 Prozent über sieben Tage. Im Tief rutschte $BTC in dieser Woche sogar bis auf rund 61.500 Dollar ab. Damit ist ein großer Teil der Gewinne ausradiert, die der Kurs noch im Mai aufgebaut hatte, als er kurzzeitig in Richtung 80.000 Dollar kletterte.

Der Rückschlag trifft den gesamten Markt: Über alle großen Coins hinweg dominieren rote Zahlen, der Gesamtwert des Kryptomarkts fiel zwischenzeitlich auf rund 2,18 Billionen Dollar – in die Nähe der Tiefststände vom Februar. Allein binnen 48 Stunden wurden je nach Datenquelle zwischen 1,76 und 2,4 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen liquidiert, ganz überwiegend Long-Positionen, die auf steigende Kurse gesetzt hatten.

Ein Marktumfeld, das gerade lieber woanders investiert

Hinter dem Einbruch steht weniger ein einzelner Auslöser als ein Bündel sich verstärkender Kräfte. Auffällig ist eine Rotation des Kapitals: Geld, das zuvor auf der Suche nach hohen Renditen in Krypto floss, wandert derzeit in Aktien rund um künstliche Intelligenz, in Gold und in eine Reihe hochkarätiger Börsengänge privater Tech-Konzerne – darunter SpaceX, OpenAI und Anthropic. Diese IPOs zählen zu den meisterwarteten Marktereignissen des Jahres, und Investoren scheinen Liquidität freizuräumen, um dabei sein zu können. Auch die Großbank Citi warnte zuletzt vor genau diesem strukturellen Sog weg von Krypto.

Dazu kommt ein angespanntes Makro-Umfeld. Sorgen um hartnäckige Inflation und sich verzögernde Zinssenkungen der US-Notenbank, erhöhte Anleiherenditen und geopolitische Risiken – unter anderem US-Schläge gegen iranische Ziele, die Ende Mai die Risikobereitschaft dämpften – haben Anleger vorsichtiger gemacht. Als zusätzlicher Belastungsfaktor wirkte am 4. Juni eine enttäuschende Quartalsbilanz von Broadcom, die den Halbleiter- und KI-Infrastruktursektor unter Druck setzte und auf die Stimmung an den Terminmärkten durchschlug.

ETF-Abflüsse: der eigentliche Taktgeber

Den deutlichsten Fingerabdruck hinterlassen die Spot-Bitcoin-ETFs. In einer einzigen Woche Anfang Juni zogen Anleger netto rund 3,4 Milliarden Dollar aus den US-Produkten ab – der größte Wochenabfluss seit dem Start dieser Fonds im Januar 2024. Der Ausverkauf beendete eine zuvor bemerkenswert konstante sechswöchige Serie von Zuflüssen und kehrte das gesamte Stimmungsbild ins Negative.

Im Zentrum steht erneut BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT), der mit rund 980 Millionen Dollar seine schlechteste Woche überhaupt verzeichnete; ein einzelner Dark-Pool-Block über 1,26 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem Fonds erschütterte das Vertrauen zusätzlich. Grayscales hochpreisiger GBTC trug mit rund 1,2 Milliarden Dollar überproportional zum Minus bei – ein typisches Muster: Anleger trennen sich in nervösen Phasen zuerst von der teuren Hülle und halten die günstigen Kernpositionen. Anfang Juni hielt der Abwärtstrend an: Am 1. Juni flossen 483,8 Millionen Dollar ab, davon allein 440,3 Millionen aus IBIT – der elfte Abflusstag in Folge, in dem die Bitcoin-ETFs zusammen über vier Milliarden Dollar verloren. Da die ETFs in diesem Zyklus zum entscheidenden Käufer auf dem Weg nach oben geworden sind, wirken sie nun als ebenso mächtiger Verkäufer auf dem Weg nach unten.

Name Symbol Preis 24h % 7d %
Bitcoin $BTC $64.209,44 ▼ 3,67 % ▼ 11,52 %
Ethereum ETH $1.783,42 ▼ 4,12 % ▼ 9,35 %
$BNB $BNB $603,15 ▼ 4,64 % ▼ 4,10 %
$XRP $XRP $1,17 ▼ 4,13 % ▼ 8,72 %
Solana SOL $70,23 ▼ 5,39 % ▼ 12,40 %
TRON TRX $0,3284 ▼ 1,47 % ▼ 5,67 %
Hyperliquid HYPE $67,16 ▼ 7,37 % ▲ 17,64 %
Dogecoin DOGE $0,08925 ▼ 5,00 % ▼ 8,08 %
UNUS SED $LEO $LEO $9,92 ▼ 1,50 % ▼ 1,19 %
Zcash $ZEC $522,76 ▼ 15,75 % ▼ 1,46 %
Stellar XLM $0,2088 ▼ 8,58 % ▲ 7,65 %
Cardano $ADA $0,1884 ▼ 12,21 % ▼ 18,09 %

Michael Saylors Strategy: Vom „niemals verkaufen“ zum ersten Verkauf seit Jahren

Für besondere Nervosität sorgt ausgerechnet der größte Unternehmens-Bitcoin-Halter der Welt. Michael Saylors Strategy (vormals MicroStrategy) bestätigte in einer SEC-Meldung vom 1. Juni, zwischen dem 26. und 31. Mai 32 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von rund 77.135 Dollar verkauft und damit etwa 2,5 Millionen Dollar erlöst zu haben. Die Menge ist nach Strategy-Maßstäben winzig – die Symbolik aber gewaltig: Es ist der erste Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit Jahren, nachdem Saylor jahrelang versprochen hatte, „jedes Quartal für immer“ zuzukaufen. Der Erlös fließt in die Bedienung der Dividenden für die Vorzugsaktie STRC.

Verstärkt wurde die Unruhe durch On-Chain-Beobachtungen: Ende Mai transferierte Strategy rund 411,5 Bitcoin (etwa 30,3 Millionen Dollar) zu Coinbase Prime, was die Spekulationen über weitere Verkäufe befeuerte. Auf der Prognosebörse Polymarket schnellten die Wetten darauf, dass Strategy noch vor dem 31. Dezember 2026 Bitcoin abstößt, zeitweise auf 84 bis 91 Prozent. Das Unternehmen hält weiterhin 843.706 $BTC im Wert von über 56 Milliarden Dollar und betont, der Mechanismus diene letztlich dazu, langfristig mehr Bitcoin zu kaufen als zur Dividendendeckung verkauft wird. Saylor selbst nährte zuletzt die Hoffnung auf neue Zukäufe: Am 3. Juni postete er außerhalb seines üblichen Rhythmus ein „Back to Work“ auf X – von Beobachtern prompt als mögliches Signal für einen erneuten Kauf gedeutet. Bestätigt ist davon nichts; in Summe aus kleinem Verkauf, Kursrutsch der MSTR-Aktie und Coinbase-Transfer reicht aber bereits die Unklarheit, um den Markt zu verunsichern.

Zcash: Herber Rückschlag nach dem Privacy-Höhenflug

Besonders heftig erwischt es Zcash ($ZEC), das mit einem Tagesminus von rund 15,8 Prozent zu den schwächsten Werten unter den Top-Coins zählt und zuletzt bei etwa 523 Dollar notierte. Der Absturz wirkt allerdings vor allem deshalb so brutal, weil $ZEC zuvor zu den stärksten Performern des gesamten Marktes gehörte: Innerhalb eines Monats hatte sich der Kurs zeitweise mehr als verdoppelt, getragen von einer neu entfachten Privacy-Coin-Erzählung. Auf Sieben-Tage-Sicht steht deshalb nur ein vergleichsweise moderates Minus von gut 1,5 Prozent, auf Monatssicht liegt $ZEC trotz des Rückschlags noch immer rund 54 Prozent im Plus.

Der aktuelle Einbruch ist damit weniger ein fundamentaler Bruch als das Abwickeln einer überdehnten Rally: Gewinnmitnahmen und die Liquidation gehebelter Long-Positionen drücken den Kurs, nachdem dieser zuvor nahe massiver Widerstandszonen im Bereich 650 bis 700 Dollar gehandelt hatte. Fundamental bleibt die Geschichte intakt – das anstehende Netzwerk-Upgrade NU7 („Sapling“) soll den Durchsatz abgeschirmter Transaktionen deutlich erhöhen, Grayscale prüft die Umwandlung seines Zcash-Trusts in ein Spot-ETF-Produkt, und die US-Börsenaufsicht SEC stellte ihre Untersuchung im Mai ohne Maßnahmen ein. Kurzfristig dominiert dennoch die Schwerkraft des Gesamtmarkts; rutscht $ZEC nachhaltig unter 500 Dollar, droht eine Korrektur in Richtung 400 bis 450 Dollar.

Cardano: Fünf-Jahres-Tief und eine Vertrauenskrise

Noch tiefer sitzt der Frust bei Cardano ($ADA). Der Kurs fiel auf rund 0,19 Dollar – ein Minus von gut 12 Prozent auf Tages- und über 18 Prozent auf Sieben-Tage-Sicht – und markierte damit erstmals seit mehr als fünf Jahren ein Niveau unter 20 Cent. Auf Jahressicht hat $ADA damit rund 70 Prozent verloren und notiert über 93 Prozent unter seinem Allzeithoch von 3,09 Dollar aus dem Jahr 2021. Anders als bei Zcash mischen sich hier hausgemachte Probleme in den allgemeinen Marktabschwung.

Auslöser des jüngsten Ausverkaufs war eine handfeste Vertrauenskrise im Cardano-Ökosystem. Gründer Charles Hoskinson warnte in einem aufsehenerregenden Video vor einer „Welle von Pleiten“ im Netzwerk und kündigte anschließend auf X knapp an, er mache eine Pause. Vorausgegangen war die Einstellung der vielgenutzten Analyseplattform TapTools nach vier Jahren sowie die Absage des für 2026 in Singapur geplanten Cardano Summit: Ein Antrag auf rund 7,8 Millionen $ADA (etwa zwei Millionen Dollar) aus der Schatzkasse verfehlte mit 65,21 Prozent Zustimmung knapp die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit der Stimmrechtsvertreter (DReps). Charttechnisch verschärft ein Schulter-Kopf-Schulter-Muster die Lage, das Analysten weiteren Spielraum nach unten attestiert. Der Markt liest die Kombination aus Governance-Streit, schrumpfendem Ökosystem und der demonstrativen Auszeit des Gründers als Schwächesignal – in einem Umfeld, das ohnehin keine Geduld mit Risiko hat.

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