Laut dem Analysten unterschätzen viele Investoren, wie schnell sich neue Finanztechnologien innerhalb von Bankenetzwerken verbreiten. Ripple habe seine Systeme nach eigenen Angaben bereits in Infrastrukturen integriert, die von großen Banken und Zahlungsdienstleistern in mehreren Regionen genutzt werden.
Dadurch könnte die Adoption von $XRP wesentlich schneller verlaufen, als viele Händler derzeit erwarten. Kursziele von 5 bis 10 Dollar würden laut CharuSan der Dimension, in der sich Ripple mittlerweile im Finanzsektor positioniert, nicht gerecht werden.
Billionen an Transaktionen erfordern viel mehr Liquidität
Laut CharuSan erfordert die Abwicklung von Billionen Dollar an internationalen Zahlungen eine weitaus tiefere Liquidität, als $XRP derzeit bietet. Bleibt der Kurs zu niedrig, könnten bei Spitzenzeiten Probleme bei der Abwicklung großer Transaktionen entstehen. Das würde zu Verzögerungen und erheblichen Preisschwankungen führen.
Der Analyst vergleicht es mit dem Versuch, Ozeanwasser durch ein schmales Rohr zu pressen. Je größer die Geldströme werden, desto mehr Liquidität ist nötig, um alles reibungslos zu bewältigen. Ihm zufolge gehört dazu letztlich auch ein deutlich höherer $XRP-Kurs.
ODL-System Schlüssel zu $XRP-Kurs von 300 Dollar
In der neuesten Folge seiner Reihe „How $XRP Will Reach 300 Dollar“ fokussiert sich CharuSan vor allem auf Ripple’s On-Demand-Liquidity-System, besser bekannt als ODL. Der Analyst meint, dass viele Händler unterschätzen, welchen Einfluss große institutionelle Transaktionen auf die Liquiditätsnachfrage von $XRP haben können.
Er skizziert ein Szenario, in dem eine Bank eine Zahlung von 200 Milliarden Dollar über $XRP abwickeln möchte. Bei einem $XRP-Kurs von 20 Dollar würden dafür etwa 10 Milliarden Token benötigt. Wenn mehrere Finanzinstitute gleichzeitig solche Transaktionen durchführen, könnte die verfügbare Liquidität seiner Meinung nach schnell unter Druck geraten.
CharuSan betont, dass eine schnelle Transaktionsabwicklung dieses Problem nicht allein löst. Auch wenn die Abwicklungen nur wenige Sekunden dauern, binden große Zahlungen vorübergehend enorme Wertmengen im Netzwerk. Dadurch entstehe seiner Meinung nach dennoch Druck auf die verfügbare Liquidität.
Der Analyst vergleicht es mit Hunderten Autos, die gleichzeitig durch einen Tunnel mit zu wenigen Fahrspuren fahren wollen. Höhere Geschwindigkeit hilft nicht, wenn die Kapazität schlichtweg nicht ausreicht.
Mit seinen Analysen entfacht CharuSan die Diskussion über die zukünftige Rolle von $XRP im internationalen Zahlungsverkehr weiter. Obwohl ein $XRP-Kurs von 300 Dollar vorerst spekulativ bleibt, sieht er Ripples wachsende Stellung im Bankensektor als wichtigen Faktor für anhaltenden Druck auf die verfügbare $XRP-Liquidität.