Das ist kein Zusammenbruch. Aber es ist eine klare Abkühlung. Stablecoins gelten im Kryptomarkt oft als Liquiditätsmesser. Wenn ihre Versorgung kräftig steigt, interpretieren Trader das häufig als frisches Kapital, das auf Börsen, in DeFi-Protokollen oder für Zahlungen bereitsteht.
Diesmal ist die Aussage weniger eindeutig. Der Markt expandiert nicht wirklich breit, sondern verschiebt sich stärker zugunsten eines einzigen Marktführers.
$USDT profitiert dabei von seiner tiefen Börsenliquidität, seiner starken Rolle in internationalen Märkten und seiner Nutzung in Regionen, in denen Dollar-Zugang nicht immer einfach ist.
Für viele Trader bleibt $USDT die praktischste Zwischenwährung. Nicht unbedingt die sauberste Geschichte aus regulatorischer Sicht, aber oft die liquideste und am breitesten akzeptierte.
Rendite-Stablecoins verlieren an Zugkraft
Besonders hart traf es Ethena’s $USDe. Die Versorgung fiel im Monatsvergleich um 28 Prozent und liegt seit Jahresbeginn fast 34 Prozent niedriger. Der Grund liegt laut Bericht vor allem bei gesunkenen Funding Rates im Perpetual-Markt. Wenn diese Erträge schrumpfen, verliert ein yield-getriebenes Stablecoin-Modell schnell an Reiz.
Auch PayPals $PYUSD gab nach und verlor im Monat rund 13 Prozent. Kleinere Gewinner gab es zwar ebenfalls. Sky’s USDS und World Liberty Financial’s USD1 konnten Zuflüsse verzeichnen. Diese Bewegungen reichten aber nicht aus, um die Rückgänge bei größeren Konkurrenten auszugleichen.
Der Stablecoin-Sektor wird damit selektiver. Nutzer suchen nicht nur irgendeinen digitalen Dollar, sondern Liquidität, Vertrauen, Rendite oder konkrete Einsatzmöglichkeiten. Im Moment gewinnt vor allem $USDT diese Verteilungsfrage. Der Rest des Marktes muss zeigen, ob er mehr bieten kann als ein anderes Logo auf demselben Dollarversprechen.