Der Krieg zwischen den USA und Iran hat sich von einer Energiekrise zu einem mehrschichtigen wirtschaftlichen Schock entwickelt. Mindestens sechs gleichzeitige Krisen könnten die globale Finanzstabilität bedrohen.
Der Analyst Crypto Rover hat auf die Zusammenkunft dieser Bedrohungen hingewiesen und meint, dass der Markt „auf eine Krise von allem zusteuert“.
1. Lebensmittelkrise bahnt sich an
Der Analyst bemerkte, dass Hedgefonds erstmals seit Juni 2022 netto bullisch auf Weizen sind. Die Blockade der Straße von Hormus hat etwa 30% des globalen seegestützten Handels mit Dünger gestört. Der Preis für Harnstoffdünger ist seit Beginn des Krieges um etwa 50% gestiegen.
Oil is the headline.
— Nic (@nicrypto) April 6, 2026
Food is the next shoe to drop.
Hedge funds just flipped to net long wheat for the first time since June 2022. Longest positions in six years.
With the Hormuz closure disrupting fertiliser flows, farmers worldwide can't get the inputs they need. Some are… pic.twitter.com/OArTJaPPMB
Während die Pflanzsaison begonnen hat, warnt das KI-Analyseunternehmen Helios, dass die globalen Lebensmittelpreise bis Ende 2026 um 12% bis 18% steigen könnten.
2. Belastung am japanischen Anleihemarkt
Gleichzeitig erreichen japanische Anleiherenditen weiterhin mehrjährige Höchststände. Nach Ansicht des Analysten gingen solche Muster in der Vergangenheit oft umfassenden Markteinbrüchen voraus.
🇯🇵 Japanese bond yields are going parabolic.
— CryptoGoos (@cryptogoos) April 5, 2026
This is very bad. pic.twitter.com/zW5OoxZeiB
3. Warnung vor privaten Kreditmärkten
Auch im privaten Kreditsektor nehmen die Belastungen zu. BeInCrypto berichtet, dass viele Unternehmen, darunter Blue Owl, BlackRock und Apollo, Auszahlungen aufgrund erhöhter Rückgabeverlangen begrenzen.
JPMorgan-CEO Jamie Dimon warnte zudem, dass „die Verluste bei allen gehebelten Krediten allgemein höher ausfallen werden als erwartet, angesichts des Umfelds“.
4. Ausfälle bei Subprime-Krediten steigen
Laut der Kobeissi Letter sind die Ausfallraten bei Subprime-Krediten auf 10% des gesamten ausstehenden Schuldenvolumens angestiegen – der höchste Wert seit 11 Jahren.
Diese Rate hat sich seit 2021 mehr als verdreifacht, weshalb Vergleiche mit der globalen Finanzkrise gezogen werden.
„Die Ausfallrate erreichte während der Finanzkrise 2008 etwa 19%, als Subprime-Schulden 3,5 Billionen USD betrugen und rund 30% der gesamten privaten Schulden ausmachten. Heute liegt der Subprime-Bestand bei 2,7 Billionen USD beziehungsweise etwa 15% des Gesamtvolumens. Es handelt sich also weiterhin um einen erheblichen Anteil. Immer mehr Amerikaner geraten mit ihren Schulden in Verzug“, heißt es im Beitrag.
5. Zunehmende Anzeichen für Stagflation
Die steigenden Ölpreise führen zu Sorgen über Inflation und sogar eine mögliche Rezession. Die Erwartungen für die Inflation der US-Verbraucher sind im März auf 6,2% gestiegen. Dies ist der höchste Wert seit August 2025.
Zudem wird der Preis für das Arab Light Rohöl von Saudi-Arabien für die Auslieferung im Mai nach Asien bei 19,50 USD pro Barrel über den Vergleichswert liegen, wie Bloomberg berichtet.
„Die Erwartungen für Inflation steigen weltweit. Heute setzt Saudi-Arabien Rekordpreise für Öl in Asien fest. Das ist ein klassischer Fall von Stagflation und das endet in der Regel schlecht für die Wirtschaft“, fügte Crypto Rover hinzu.
🇸🇦🚨BREAKING: World’s largest oil exporter, Saudi Aramco, will raise crude prices to a record $19.50 premium for May sales in Asia.
— Coin Bureau (@coinbureau) April 6, 2026
Its flagship Arab Light crude has rocketed from $2.50 per barrel in April to $19.50 in May, a 680% surge in a single month. pic.twitter.com/bAYSucVCb2
6. Aluminiumkrise nach iranischen Angriffen
Zuletzt entsteht auch eine industrielle Krise. Durch iranische Angriffe auf Aluminiumwerke am Golf sind die Preise seit Beginn des Konflikts weiter gestiegen.
Emirates Global Aluminum (EGA) warnte, dass eine vollständige Erholung am Standort Al Taweelah bis zu 12 Monate dauern könnte.
„Al Taweelah ist eine der größten Aluminiumhütten der Welt und wird im Jahr 2025 rund 1,6 Millionen Tonnen Gussmetall produzieren, das sind etwa 2,3% der globalen Produktion. Der Nahe Osten macht mittlerweile etwa 9% der weltweiten Aluminiumproduktion aus. Die Auswirkungen sind besonders spürbar, weil anderswo bereits Beschränkungen die Lagerbestände reduziert haben. Dadurch bleibt dem Markt wenig Puffer. Aluminium wird für Flugzeuge, Lebensmittelverpackungen und Solarpanels genutzt, daher wirken sich Störungen weit über den Metallmarkt hinaus aus“, berichtete Global Markets Investor .
Ob ein Waffenstillstand erreicht wird, könnte darüber entscheiden, ob diese parallelen Krisen eingedämmt bleiben oder sich zu einer noch größeren Krise verbinden.
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