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Ölschock, Iran-Kriegsrisiko halten Krypto-Investoren auf der Bank: Grayscale

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Die Kryptomärkte befinden sich laut dem Krypto-Asset-Manager Grayscale in einer Warteschleife, da geopolitische Spannungen im Nahen Osten einen ansonsten sich verbessernden makroökonomischen Hintergrund trüben.

"Der Krieg im Iran überschattete im März nahezu alle anderen Marktentwicklungen", sagte das Grayscale-Forschungsteam in einem Bericht am Mittwoch.

Vor der Eskalation des Konflikts schien das globale Wachstum sich zu verstärken und die Zentralbanken neigten zu Zinssenkungen. Diese Perspektive wurde durch einen starken Anstieg der Ölpreise gestört, der Inflationsängste schürte und die Zinserwartungen nach oben trieb, was die Risikoanlagen belastet und die Anleger zurückhaltend macht, hieß es in dem Bericht.

Seit Ausbruch des Nahost-Konflikts sind die Kryptomärkte volatil, jedoch insgesamt rangegebunden, mit starken, von Schlagzeilen getriebenen Schwankungen, die mit den Ölpreisen und dem sich verändernden Risikosentiment zusammenhängen. Bitcoin fiel bei der ersten Eskalation zunächst auf Mitte der 60.000er USD, erholte sich dann wieder bis in den niedrigen 70.000er Bereich, bevor er im Verlauf des Konflikts und angesichts verschärfter makroökonomischer Rahmenbedingungen erneut nachgab.

Kürzlich hat eine erneute Eskalation den Bitcoin etwa 10 % von den März-Höchstständen nach unten gedrückt, zusammen mit Rückgängen bei Ether (ETH) und anderen Token, da sich Investoren von risikoreichen Anlagen zurückgezogen haben. Trotz der Turbulenzen hat die Performance sich besser gehalten als bei einigen traditionellen Märkten, wobei Bitcoin seit Kriegsbeginn etwa stabil geblieben ist und zeitweise sogar Aktien outperformt hat, was sowohl seine Empfindlichkeit gegenüber makroökonomischen Schocks als auch seine relative Widerstandsfähigkeit unterstreicht.

Für den Moment erwartet Grayscale, dass viele Marktteilnehmer auf mehr Klarheit warten werden. Sollte der Konflikt nachlassen und die Energiepreise zurückgehen, könnten die Märkte schnell eine Neubewertung in Richtung eines unterstützenderen makroökonomischen Umfelds vornehmen. Andernfalls könnten anhaltend hohe Ölpreise das Wachstum weiterhin belasten und eine breitere Erholung verzögern.

Dennoch hat die Kryptowährung eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt. Die Preise haben sich trotz der Volatilität relativ stabil gehalten, was darauf hindeutet, dass sich möglicherweise ein dauerhafteres Tief ausbildet. Das Forschungsteam verwies zudem auf anhaltende Zuflüsse in Spot-Krypto-Investmentprodukte und eine Zunahme der Futures-Positionierungen als Anzeichen dafür, dass die Risikobereitschaft unter der Oberfläche stabilisiert wird.

Mit Blick nach vorn argumentiert der Bericht, dass der Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Erholung eine Verringerung der makroökonomischen Unsicherheit sein wird. Gleichzeitig wird betont, dass die langfristigen Treiber der Asset-Klasse, einschließlich der wachsenden Akzeptanz von Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten, weiterhin intakt bleiben.

Der Stablecoin-Markt hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, wobei das Gesamtangebot von etwa 20 Milliarden USD im Jahr 2020 auf mehr als 300 Milliarden USD bis 2025 gestiegen ist und derzeit bei rund 315 Milliarden USD liegt, laut Branchendaten.

Der Sektor verzeichnete im Jahr 2025 allein einen Zuwachs von etwa 100 Milliarden US-Dollar, was ein erneutes Wachstum nach einer kurzen Kontraktion widerspiegelt, da die Nachfrage nach an den US-Dollar gebundenen digitalen Vermögenswerten im Handel, bei Zahlungen und in der On-Chain-Finanzierung stark zunahm.

Phasen erhöhter Unsicherheit wie die gegenwärtige haben sich historisch gesehen als attraktive Gelegenheiten für langfristige Anleger erwiesen, die sich für die nächste Wachstumsphase positionieren, fügte der Bericht hinzu.

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