Die asiatischen Aktienmärkte haben am Montag starke Verluste erlitten, da der US-Iran-Krieg in die vierte Woche ging und keine Anzeichen einer Entspannung sichtbar sind. Ein 48-Stunden-Ultimatum in der Straße von Hormus hat zudem das Vertrauen globaler Investoren erschüttert.
Der Konflikt verursacht nun gleichzeitig starke Auswirkungen auf die Energieversorgung, die Inflationserwartungen und die geldpolitischen Aussichten auf globaler Ebene.
Märkte geraten unter zunehmenden Druck
Der Kospi aus Südkorea führte den Rückgang in der Region an und fiel um 4,71% auf 5.509 Punkte. Japans Nikkei 225 sank zeitweise bis zu 4%, konnte jedoch die Verluste etwas reduzieren und schloss mit einem Minus von 3,37%. Damit liegt das Minus im März bereits bei über 13%. Der australische ASX büßte 1,5% ein.
Die Verkäufe wurden durch das Zusammenwirken steigender geopolitischer Risiken und wachsender Inflationsängste ausgelöst. US-Präsident Trump stellte eine Frist, innerhalb derer Iran die Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel des globalen Öl- und LNG-Angebots verläuft – wieder öffnen soll, andernfalls drohten Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes. Teheran reagierte damit, die Wasserstraße dauerhaft schließen sowie US-amerikanische und israelische Energieanlagen in der Region anzugreifen. Die Frist läuft am Montagabend in New York ab.
Zinserhöhungserwartungen verdrängen Hoffnungen auf Senkungen
Der Preis für Brent-Öl lag bei etwa 112 USD pro Barrel. Damit ist der Kurs seit Beginn des Konflikts Ende Februar um über 55% gestiegen. Die Renditen für US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit erreichten 4,41%, ein Achtmonatshoch. Die Marktteilnehmer haben die Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed vollständig aufgegeben. Stattdessen rechnen Trader nun mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen, da die energiegetriebene Inflation die Konjunktursorgen überwiegt.
Japan ist besonders gefährdet, da rund 90% seiner Ölimporte durch die Straße von Hormus transportiert werden. Aktien aus dem Halbleiterbereich verzeichneten beim Nikkei die größten Verluste. Dies verstärkte die Sorge, dass der Energieschock die industriellen Lieferketten weit über den Energiesektor hinaus beeinträchtigen könnte.
Bitcoin und große Altcoins entwickelten sich seit Beginn des Konflikts eng im Gleichklang mit den Aktienmärkten. An Tagen mit Risikoaversion sanken sie gemeinsam mit den Aktienkursen. Da das Hormus-Ultimatum kurz bevorsteht und es keine Anzeichen für einen Waffenstillstand gibt, zeigt diese Korrelation keine Anzeichen einer Trennung.
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