Der $XRP-Kurs bewegt sich derzeit im Bereich zwischen 1,30 und 1,50 US-Dollar. In den letzten Wochen ist der Preis deutlich gesunken. Aber: Die Prognosen für die nächsten Jahre werden trotzdem ambitionierter. Während vorsichtige Analysten lediglich von einem moderaten Anstieg ausgehen, stellen andere bis 2030 bereits dreistellige oder sogar vierstellige Kursziele in Aussicht. Anlass genug für eine sachliche Einordnung.
$XRP-Prognosen zwischen 5 und 20 US-Dollar
Die Mehrheit namhafter Analysten geht bei $XRP von einem langfristigen, aber moderaten Aufwärtstrend aus. Im Fokus steht dabei weniger kurzfristige Euphorie, sondern vielmehr die Frage, ob Ripple seine Infrastruktur im internationalen Zahlungsverkehr dauerhaft verankern kann.
Bitwise skizziert in einem viel beachteten Szenario drei mögliche Entwicklungspfade bis 2030. Im pessimistischen Fall gerät $XRP deutlich unter Druck. Das Basisszenario sieht hingegen einen Kurs im niedrigen zweistelligen Bereich vor. Im optimistischen Szenario – getragen von wachsender institutioneller Adoption und regulatorischer Klarheit – erscheinen Notierungen oberhalb von 20 US-Dollar realistisch.
Auch große Banken äußern sich verhalten konstruktiv. Standard Chartered hält Kurse um 12 US-Dollar für erreichbar, sofern regulatorische Unsicherheiten weiter abnehmen und institutionelles Kapital verstärkt in den Markt fließt. Weitere Marktbeobachter taxieren das langfristige Potenzial auf eine Spanne zwischen 8 und 15 US-Dollar.
Szenarien über 15 US-Dollar: ETF, Adoption, Hype
Deutlich expansiver fallen Prognosen aus dem krypto-nativen Umfeld aus. Hier wird $XRP nicht isoliert als einzelner Token bewertet, sondern als möglicher Kernbaustein einer neuen globalen Zahlungsinfrastruktur.
Einige Analysten halten Notierungen von 50 US-Dollar für erreichbar, vorausgesetzt, mehrere Entwicklungen greifen ineinander: eine umfassende institutionelle Adoption, eine wachsende Nutzung der Ripple-Stablecoin-Infrastruktur, ein möglicher Börsengang des Unternehmens sowie substanzielle Kapitalzuflüsse über börsengehandelte Produkte.
Noch ambitionierter sind Modelle, die $XRP als globale Brückenwährung verorten. In diesen Szenarien übernimmt der Token eine zentrale Funktion bei der Abwicklung zwischen nationalen Währungen, Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten. Entsprechend werden Kursziele von 100 US-Dollar und darüber hinaus diskutiert.
Warum 1.000 US-Dollar unrealistisch sind
So spektakulär ein $XRP-Kurs von 1.000 US-Dollar erscheinen mag, so rasch stößt diese These an strukturelle Grenzen. Der zentrale Faktor ist die Marktkapitalisierung.
Auf diesem Preisniveau würde $XRP eine Bewertung erreichen, die selbst die größten globalen Anlageklassen in den Schatten stellt. Die Marktkapitalisierung läge bei rund 60 Billionen US-Dollar und damit deutlich über der von Gold oder dem gesamten Krypto-Markt zusammengenommen.
Dieses Ungleichgewicht verdeutlicht ein klassisches Phänomen: die sogenannte Nominalillusion. Der Preis eines einzelnen Token sagt wenig über dessen ökonomische Tragfähigkeit aus. Maßgeblich ist, wie viel Kapital insgesamt im Netzwerk gebunden wäre. Auch Führungskräfte von Ripple betonen regelmäßig, dass hohe Einzelpreise kein belastbarer Indikator für tatsächlichen Erfolg oder reale Adoption sind.
Risiken und Gegenargumente
Nicht alle Analysten sehen $XRP auf einem nachhaltigen Wachstumspfad. Kritiker wie Adam Spatacco argumentieren, dass RippleNet grundsätzlich auch ohne den $XRP-Token funktionsfähig ist. Banken könnten weiterhin klassische Fiat-Abwicklungen bevorzugen, während Stablecoins und digitale Zentralbankwährungen zusätzliche Marktanteile gewinnen. Zudem arbeiten zahlreiche Institute an eigener Infrastruktur oder entwickeln hauseigene Stablecoins.
Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb durch staatliche Digitalwährungen und private Stablecoin-Emittenten. Technologisch punktet $XRP zwar mit hoher Transaktionsgeschwindigkeit und niedrigen Kosten. Doch diese Merkmale allein garantieren noch keinen flächendeckenden globalen Durchbruch.
$XRP-Kurse und ihre Marktkapitalisierung
Ein $XRP-Kurs von 10 US-Dollar entspräche einer Marktkapitalisierung von rund 610 Milliarden US-Dollar – ambitioniert, aber nicht völlig unrealistisch. Bei 100 US-Dollar würde $XRP jedoch auf etwa 6,1 Billionen US-Dollar steigen und damit Vermögenswerte wie Gold überholen. Ein Kurs von 1.000 US-Dollar würde $XRP auf rund 61 Billionen US-Dollar katapultieren.
Solche Prognosen stoßen an die Grenzen der ökonomischen Plausibilität. Selbst bei maximaler Adoption und vollständiger Tokenisierung relevanter Vermögenswerte erscheint ein solches Niveau außerhalb realistischer Szenarien.
Dabei gilt: je höher der Kurs, desto schwieriger die ökonomische Rechtfertigung. Denn mit jedem US-Dollar steigt der Kapitalbedarf exponentiell. Solche Szenarien wären nur bei einem globalen Paradigmenwechsel im Zahlungsverkehr denkbar.
Fazit: Dieser $XRP-Kurs ist bis 2030 realistisch
Die Mehrheit belastbarer Prognosen verortet $XRP bis 2030 in einer Spanne zwischen 8 und 15 US-Dollar. Dieses Kursband leitet sich aus dem realistischen Nutzungspotenzial, den erwartbaren Marktbedingungen sowie historischen Vergleichen mit anderen Krypto-Assets ab.
Darüber hinausgehende Ziele von 50 oder sogar 100 US-Dollar gelten nicht als ausgeschlossen; sie setzen jedoch erheblichen regulatorischen Rückenwind, nachhaltige institutionelle Kapitalzuflüsse und eine technologische Schlüsselrolle im globalen Zahlungsverkehr voraus. Alles, was darüber liegt, bleibt spekulativ.
Redaktioneller Hinweis: Der Artikel erschien zuerst am 18. November und wurde vor Wiederveröffentlichung inhaltlich geprüft.