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Bitcoin und Ethereum am stärksten betroffen, da eine Liquidationswelle von 1,08 Milliarden Dollar den Markt erfasst hat

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Am 20. Januar 2026 kam es zu einem heftigen Markteinbruch, der Kosten von über 1,08 Milliarden US-Dollar verursachte und zum Verlust von Positionen für mehr als 182.000 Kryptowährungshändler führte. Da die Positionen von Bitcoin und Ethereum Händlern sofort gelöscht wurden, traf der Verlust fast ausschließlich diejenigen, die auf steigende Kurse gesetzt hatten.

Digitale Währungen weisen angesichts der sich weiter verschärfenden globalen Wirtschaftslage technische Warnsignale auf. Händler stehen nun unter noch größerem Druck.

Börsen drängen Tausende von Händlern aufgrund einer Kaskade von Nachschussforderungen aus dem Markt

Daten von CoinGlass wurden in den 24 Stunden bis zum 20. Januar 2.729 Händler liquidiert, wobei sich die Gesamtverluste auf 1,08 Milliarden US-Dollar beliefen. Long-Positionen trafen mit 1,08 Milliarden US-Dollar fast den gesamten Schaden, während Short-Positionen lediglich 79,67 Millionen US-Dollar Verlust brachten.

Bitcoin verzeichnete mit Long-Liquidationen im Wert von 427,06 Millionen US-Dollar den größten Kursverlust, gefolgt von Ethereum mit 374,47 Millionen US-Dollar. Der größte Einzelverlust betraf eine BTCUSDT_UMCBL-Position im Wert von 13,52 Millionen US-Dollar auf Bitget. Auch große Handelsplattformen waren stark betroffen: Hyperliquid verzeichnete verlängerte Handelsschließungen im Wert von 132,39 Millionen US-Dollar, Bybit im Wert von 91,35 Millionen US-Dollar und Binance im Wert von 64,08 Millionen US-Dollar innerhalb von nur vier Stunden.

Der Einsatz von Hebelwirkung verschlimmerte die Verluste. Wenn sich die Kurse in die falsche Richtung bewegen, verkaufen Börsen zwangsweise Positionen, was die Kurse senkt und eine Kettenreaktion von Liquidationen auslöst.

Machi Big Brother wurde an einem Tag fünfmal liquidiert und verlor dabei 24,18 Millionen US-Dollar. Er besitzt noch 2.200 ETH im Wert von 6,67 Millionen US-Dollar, doch diese Bestände sind gefährdet, sollte Ethereum auf 2.991,43 US-Dollar fallen.

Warnzeichen waren bereits vorhanden. Die meisten Altcoins werden derzeit mit einem täglichen RSI unter 50 gehandelt, einem Wert, der üblicherweise auf anhaltenden Verkaufsdruck hindeutet.

Das Verhältnis von Liquidationen zu offenen Positionen blieb den ganzen vergangenen Tag über hoch. Diese Kennzahl trac an, welcher Anteil der aktiven Positionen von den Börsen geschlossen wird. Sie steigt in Zeiten von Marktstress und erzwungenen Verkäufen sprunghaft an.

Diese Welle erzwungener Schließungen hat die Konten der Händler geleert. Es ist nun schwieriger, zu niedrigeren Preisen wieder einzusteigen. Dadurch entsteht ein gefährlicher Kreislauf: Gerade dann, wenn der Markt sie am dringendsten benötigt, um den Preisverfall zu stoppen, sind immer weniger Käufer da.

Die globalen Geldströme verengen sich, da Japan die Zinssätze anpasst

Probleme außerhalb des Kryptomarktes verschärfen die Lage. Der japanische Anleihenmarkt erlebte am 20. Januar eine bedeutende Veränderung. Die Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen stieg um 25 Basispunkte auf 3,86 %. Die Rendite 10-jähriger Anleihen erhöhte sich um 8 Basispunkte auf 2,34 %. Beide Werte erreichten neue Rekordwerte für japanische Staatsanleihen.

Diese Änderung ist von Bedeutung, da die niedrigen japanischen Renditen den weltweiten cash über viele Jahre gestützt haben. Sie trieben den Carry Trade an, bei dem man sich Yen zu niedrigen Zinsen leiht, um Vermögenswerte mit höheren Renditen, wie beispielsweise Kryptowährungen, zu erwerben.

Angesichts steigender japanischer Renditen ist das Halten dieser Anlagen deutlich teurer geworden. Da Kapital nach Japan zurückfließt, werden risikoreichere Anlagen wie bitcoin aufgegeben. Die Bank von Japan steht vor schwierigen Entscheidungen: Eine Straffung der Geldpolitik könnte die Märkte verunsichern oder das Vertrauen untergraben, während der Versuch, die Renditen zu begrenzen, den Yen schwächen könnte. In jedem Fall hat der weltweite Zufluss von billigem Geld abgenommen.

Es gibt jedoch noch eine weitere Sorge: das Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die dortigen politischen Gespräche könnten zu strengeren Regeln führen.

Die technischen Signale schwächen sich ab, die globale Liquidität verknappt sich und das Handelskapital nimmt ab. Kurzfristig könnte die Volatilität steigen, da die Märkte die höheren japanischen Renditen verarbeiten.

Wenn Händler geliehenes Geld verwenden, bleiben sie einem Risiko ausgesetzt. Um sich abzusichern, stornieren Börsen ihre Positionen sofort, wenn etwas schiefgeht, und behalten dabei oft jeden eingesetzten Dollar ein. In der Krypto-Community wird dies als „rekt“ bezeichnet, was so viel wie „total ruiniert“ bedeutet.

Bei hohen Liquidationszahlen und Stressindikatoren ist ein effektives Risikomanagement unerlässlich. Die Nachfrage dürfte jedoch weiterhin gering bleiben, da die Lage düster erscheint und die Handelsmittel knapp werden. Die Preise könnten weiter fallen, bis entweder niedrigere Niveaus neue Einnahmen generieren oder sich die globalen Trends verbessern.

Da sich die globalen Finanzbedingungen ändern, werden die nächsten Tage zeigen, ob die Kryptowährungsmärkte diese Katastrophe verkraften können oder ob neue Liquidationswellen unmittelbar bevorstehen.

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