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US-Finanzminister bringt Zölle in Davos erneut zur Sprache: Krypto-Kurse stürzen ab

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Die weltweiten Märkte verhielten sich am Dienstag vorsichtiger, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent offen bestätigt hatte, dass die Trump-Regierung Zölle weiterhin als wichtiges geopolitisches Mittel einsetzen will. Seine Aussagen haben die Angst vor einer inflationsbedingten Wirtschaft durch den Handel neu entfacht, obwohl der Krypto-Markt gerade Anzeichen von Stabilität zeigte.

Bitcoin ist wieder unter 90.000 USD gefallen und Ethereum liegt nun unter 3.000 USD. Grund dafür war, dass Anleger nach Bessents Aussagen beim Weltwirtschaftsforum in Davos neue Risiken für die Wirtschaft befürchten.

Krypto-Markt fällt erneut wegen Präsident Trumps EU-Zöllen. Quelle: CoinGecko

Trump-Regierung sieht Zölle als strategischer Hebel statt letztem Ausweg

Bei seiner Rede in Davos machte Bessent deutlich, dass Zölle ein fester Bestandteil der US-Außenpolitik bleiben. Er stellte sie als wirksames Mittel dar und nicht nur als eine vorübergehende Maßnahme.

„Lehnt euch zurück, atmet tief durch, reagiert nicht sofort. Der Präsident wird morgen selbst hier sein und seine Botschaft klarmachen“, sagte Bessent und bezog sich auf die europäische Kritik an Zolldrohungen, die mit Grönland zu tun haben.

Durch die Wortwahl wurde klar, dass das Weiße Haus mit Gegenwind der Verbündeten rechnet und bereit ist, bei Bedarf nachzulegen. Die Märkte sahen dies als Bestätigung, dass die Gefahr von Handelskonflikten wieder wächst, besonders zwischen den USA und Europa.

Bessent nannte sogar einen konkreten Zeitraum und sagte, dass Präsident Trump schon ab dem 1. Februar einen Zoll von 10 Prozent einführen könnte, falls Dänemark und andere Partner nicht bei der Grönland-Frage kooperieren.

At Davos today, U.S. Treasury Secretary Scott Bessent warned it would be “very unwise” for Europe to retaliate over U.S. ambitions to take Greenland.

He added that European leaders should take President Trump at his word, arguing the U.S. needs Greenland for strategic leverage… pic.twitter.com/3SwvUadzMl

— BeInCrypto (@beincrypto) January 20, 2026

Inflationsrisiko rückt wieder in den Fokus der Märkte

Bessent verteidigte die Zölle nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich und wies Sorgen zurück, dass sie den USA selbst schaden könnten.

„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Oberste Gericht eine der wichtigsten Wirtschaftsmaßnahmen des Präsidenten kippen wird“, sagte er. Bessent ergänzte, Zölle hätten bereits „hunderte Millionen USD“ eingebracht.

Allerdings widerspricht diese Ansicht neuen Untersuchungen. Diese zeigen, dass US-Verbraucher den Großteil der Zollkosten tragen.

Neue Erkenntnisse von europäischen und US-Ökonomen belegen, dass Zölle wie eine versteckte Konsumsteuer wirken. Sie verringern langfristig das Geld, das private Haushalte ausgeben können.

Dieser Zusammenhang ist relevant für Krypto. Weniger verfügbares Geld und steigende Preise schwächen die Zuflüsse von spekulativem Kapital, vor allem in Bereiche mit großen Kursschwankungen.

What is President Trump’s Greenland ambition really about? 🇬🇱🇺🇸 Is it a true national security priority for the US, or a behind-the-scenes push from tech billionaires? @c_grigera reports. pic.twitter.com/KdDapTIpBM

— BeInCrypto (@beincrypto) January 20, 2026

Märkte unter Druck: Zins-Schwankungen kehren zurück

Bessent versuchte, die Reaktion am Anleihenmarkt nach seinen Aussagen herunterzuspielen. Er meinte, die steigenden Zinsen seien durch Probleme in Japan getrieben und nicht durch US-Politik.

„In Japan gab es in den letzten beiden Tagen eine Kursbewegung am Anleihenmarkt, die sechs Standardabweichungen groß war“, sagte er. Dadurch sei es schwer, nur die Einflüsse aus den USA herauszufiltern.

Trotzdem konzentrierten sich Händler auf das große Ganze: neue Zolldrohungen, mehr geopolitische Spannungen und stärkere Schwankungen der Zinskurse. Diese Mischung belastet Krypto-Märkte erfahrungsgemäß stark.

Dass es Bitcoin nicht gelang, über 90.000 USD zu bleiben und Ethereum unter 3.000 USD fiel, zeigt diese neue Einschätzung. Altcoins verloren noch stärker, was für den Abbau von Leverage und weniger Risiko spricht.

BESSENT: Markets are going down because Japan's bond market just suffered a six-standard-deviation move in ten-year bonds over the past two days.

This has nothing to do with Greenland; it's all about the Japanese bond blowout. pic.twitter.com/LWEjTeEHSB

— Bitcoin News (@BitcoinNewsCom) January 20, 2026

Krypto-Märkte: Dieses Muster kennst du schon

Der Ausverkauf ähnelt früheren Phasen: Damals sorgten Ankündigungen von Zöllen zwar für weniger Liquidität, aber nicht direkt für eine große Wirtschaftskrise.

Zölle gehörten zu den Gründen, warum Krypto nach dem Liquidationsschock im Oktober in einer Preisspanne blieb, obwohl das Interesse von großen Investoren stieg. In Davos ist dieses Risiko nun wieder im Mittelpunkt.

Bitcoin holders realizing losses, for a 30-day period since, late December for the first time since October 2023. pic.twitter.com/OGsPYm8714

— Julio Moreno (@jjcmoreno) January 20, 2026

Obwohl Bessent auf die Stärke der US-Wirtschaft und das Wachstum bei privaten Firmen hinwies, zählten für die Märkte eher die politischen Signale als die positiven Aussichten.

Wenn Zölle als Teil eines Druckmittels – und nicht nur als Notlösung – präsentiert werden, bedeutet das anhaltende Unsicherheit. Krypto rechnet diesen Faktor meist als Erstes ein.

Zurzeit lautet die Botschaft aus Davos klar: Das Risiko einer inflationstreibenden Handelspolitik ist zurück, und der Krypto-Markt passt sich an.

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