Fast 3 Mrd. USD an Bitcoin- und Ethereum-Optionen laufen am 16. Januar aus. Damit rücken die Derivatemärkte in den Mittelpunkt, während die Krypto-Kurse die Stärke der jüngsten Rally testen.
Bitcoin ist klar über einen wichtigen Widerstand gestiegen. Dennoch zeigen die Positionierung bei den Optionen und die Werte für Schwankungen, dass viele Händler noch vorsichtig sind, den Anstieg als klar bullisch zu sehen.
Options-Verfall stellt Bitcoin-Ausbruch auf die Probe
Laut Daten von Deribit liegt der Wert aller Optionen, die heute auslaufen, bei knapp 2,84 Mrd. USD. Bitcoin macht dabei etwa 2,4 Mrd. USD aus, Ethereum liegt bei rund 437 Mio. USD.
Diese Schieflage zeigt, wo gerade das Interesse und das Risiko am größten sind.
Bitcoin liegt bei etwa 95.310 USD, damit deutlich über dem Max-Pain-Level von 92.000 USD. Max Pain meint den Kurs, bei dem die meisten Optionen wertlos verfallen. Oft wirkt dieser Kurs wie ein Magnet bis zum Verfall.
Steigt der Kurs deutlich über dieses Level, kann das zu mehr Schwankungen führen. Zudem müssen viele ihre Positionen schließen, anpassen oder absichern.
Trotz des Ausbruchs bleiben viele bei den Bitcoin-Optionen vorsichtig. Es gibt 11.170 Call-Kontrakte und 14.050 Put-Kontrakte. Das Put-zu-Call-Verhältnis liegt bei 1,26.
Das zeigt, dass noch mehr auf fallende Kurse setzen als auf einen bullischen Anstieg, selbst nachdem Bitcoin aus seiner fast zweimonatigen Seitwärtsphase ausgebrochen ist.
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Ethereum-Optionen warnen: ETH-Kurs bewegt sich weiter nur seitwärts
Ethereum zeigt dagegen weiter eine seitwärts gerichtete Entwicklung, nicht aber eine starke Trendumkehr. ETH liegt bei etwa 3.295 USD und damit nur knapp über dem Max-Pain-Level von 3.200 USD.
Der Optionsmarkt von Ethereum wirkt ausgeglichener: Es stehen 65.527 Call- und 67.207 Put-Kontrakte im Raum. Das Put-zu-Call-Verhältnis ist mit 1,03 fast neutral.
Die Zahlen zeigen ein abgesichertes, aber unentschlossenes Marktumfeld. Das passt dazu, dass Ethereum weiterhin an der Widerstandszone bei 3.400 USD scheitert.
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Gleichzeitig zeigt der Handel mit Derivaten, dass Bitcoin aktuell das Geschehen dominiert. In einer Marktanalyse vom 14. Januar haben Analysten von Greeks.live einen klaren Unterschied bei großen Block-Trades zwischen den beiden Assets hervorgehoben.
„Bitcoin durchbrach erfolgreich den Widerstand bei 95.000 USD und verließ die fast zweimonatige Seitwärtsphase”, sagten die Analysten . „Ethereum hatte zwar prozentual stärkere Gewinne, doch die Kursbewegung war im Vergleich zu Bitcoin weniger stark. ETH blieb im Bereich um 3.400 USD.”
Dieser Unterschied zeigt sich besonders bei institutionellen Trades. Laut Greeks.live lag das Volumen der Bitcoin-Block-Trades bei 1,7 Mrd. USD, das sind über 40 Prozent des Tagesvolumens. Bei Ethereum waren es nur 130 Mio. USD, etwa 20 Prozent vom ETH-Volumen.
„Der Markt konzentriert sich deutlich mehr auf den bullischen Trend bei Bitcoin”, meinten die Analysten.
Allerdings spricht das Gesamtbild am Derivatemarkt noch nicht für eine klare bullische Phase. Laut Greeks.live gab es beim Futures-Volumen keinen starken Anstieg. Auch die erwartete Schwankung vor wichtigen Verfallsdaten zog nicht deutlich an.
„Der Derivatemarkt ist noch nicht klar bullisch aufgestellt”, meinten die Analysten. Die aktuelle Lage sehe eher nach einer schnellen Reaktion auf den Preisanstieg aus, „die langfristige Perspektive zeigt noch keinen klaren Bullenmarkt.”
Wenn heute die vielen Optionen auslaufen, können die Kurse wieder in Richtung ihres Max-Pain-Levels fallen und es könnte mehr Schwankungen geben. Danach beruhigt sich das Geschehen meist, weil sich die Händler auf eine neue Marktlage einstellen.
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