Der Ethereum-Kurs ist aus einer zirka zweimonatigen abwärts verlaufenden Keil-Formation ausgebrochen. Das deutet auf neue bullische Dynamik hin. Die Chart-Struktur zeigt, dass nach einigen Wochen mit wenig Bewegung nun ein möglicher Anstieg kommen kann.
Allerdings gibt es Gegenwind, weil große Inhaber gerade bei steigenden Kursen verkaufen. Das sorgt für Unsicherheit, ob die Aktivität der sogenannten „Whales“ die Gewinne begrenzen kann.
Ethereum-Wale zeigen sich skeptisch
Immer mehr Ethereum-Whales verkaufen aktiv, während der Kurs steigt. In den letzten drei Tagen haben Wallets mit jeweils 100.000 bis 1 Mio. ETH zusammen etwa 300.000 ETH verkauft. Bei den aktuellen Kursen sind das mehr als 971 Mio. USD und damit ein spürbarer Anstieg des Angebots.
Dieses Verhalten zeigt, dass große Inhaber zweifeln, ob ETH das aktuelle Kurshoch verteidigen kann. Whales nutzen solche Ausbrüche häufig, um Gewinne mitzunehmen. Ihr Verkaufsdruck kann den weiteren Anstieg bremsen, vor allem dann, wenn die Nachfrage die zusätzlichen Coins nicht aufnehmen kann.
Verkäufe durch Whales sorgen nicht direkt für eine Umkehr, erhöhen aber das Risiko in nächster Zeit. Große Transaktionen verändern oft die Liquiditätslage und können den Kurs drücken, vor allem wenn sie sich häufen. Jetzt muss der Ethereum-Anstieg auch mit diesem Angebotsüberhang umgehen.
Langfristige Ethereum-Halter könnten den ETH-Kurs stabilisieren
Das Verhalten langfristiger Inhaber wirkt dem Whale-Verkauf entgegen. Der sogenannte Liveliness-Wert von Ethereum ist seit Ende Dezember 2025 deutlich gefallen. Dieser Wert zeigt, ob alte Coins bewegt oder gehalten werden.
Ein sinkender Liveliness-Wert bedeutet, dass langfristige ETH-Inhaber lieber weiter halten als verkaufen. Das zeigt, dass Investoren mit längerem Fokus optimistisch bleiben. Ihr Festhalten kann den Kurs in Zeiten mit kurzfristigen Verkäufen stützen.
Wenn langfristige Inhaber ihre Coins halten, nehmen oft auch die Kursschwankungen ab. Es gibt dann weniger Angebot im Umlauf, das verkauft werden kann. Diese Entwicklung könnte helfen, den Verkaufsdruck der Whales auszugleichen und den allgemeinen bullischen Trend bei Ethereum zu stützen.
ETH-Kursausbruch: Geht die Rallye jetzt weiter?
Der Ethereum-Kurs liegt beim Schreiben bei etwa 3.265 USD. Damit ist der Ausbruch aus dem Abwärtskeil bestätigt. Das Muster erlaubt einen Zielkurs von etwa 29,5 Prozent über dem aktuellen Stand, also rund 4.061 USD. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste die Nachfrage weiter anhalten und das Angebot durch Verkäufe nicht zu stark zunehmen.
Ein realistischeres kurzfristiges Ziel liegt tiefer. ETH könnte auf zirka 3.447 USD ansteigen, wenn das Level bei 3.287 USD verteidigt wird. Wird diese Marke gehalten, zeigt das Stärke nach dem Ausbruch und bildet eine Basis für weitere Anstiege bis über 3.607 USD.
Nachteile drohen weiter durch das Verhalten der Whales. Sollten sie ihre Verkäufe verstärken, könnte Ethereum sogar unter 3.131 USD fallen. Ein nochmaliger Rücksetzer auf etwa 3.000 oder sogar 2.902 USD würde die bullische Annahme widerlegen und den Ausbruch negieren. Damit wäre ETH anfällig für eine Korrekturphase.
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