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Terra (LUNA): Neuanfang ohne Stablecoin UST beschlossen – Genesis am Freitag

Altcoins

block-builders.de 26 Mai 2022 07:45, UTC
  
Lesezeit: ~3 Min.

Bei Terra (LUNA) wurde der Vorschlag in einem Votum angenommen, eine Wiederbelebung des Ökosystems nach dem Crash zu probieren. Dabei wird auf den Stablecoin UST verzichtet, mit dem das Unheil begann.

Die stimmberechtigte Community bei Terra (LUNA) hat entschieden: 65,5 Prozent stimmten dafür, eine „Wiedergeburt“ des Ökosystems anzustoßen. Diesen Vorschlag hatte Terra-Gründer Do Kwon vor einer Woche vorgelegt. Der mit LUNA algorithmisch verknüpfte Stablecoin UST (TerraUSD) hatte in der zweiten Maiwoche seine 1:1 Anbindung an den US-Dollar verloren und damit eine unheilvolle Kettenreaktion (https://block-builders.de/ust-terrausd-stablecoin-in-kritischer-situation-terra-luna-im-freien-fall/) ausgelöst. Deshalb wird beim neuen Terra bewusst auf UST verzichtet. Technologisch betrachtet wird der Neustart durch einen für Freitag angesetzten Hard Fork umgesetzt.

Ob danach das bisherige Terra mit UST noch genügend Unterstützer findet, um sein Netzwerk aufrechtzuerhalten, ist offen. LUNA ist im Wert auf Bruchteile eines Cents gefallen und UST wird mit knapp 10 Cent notiert. Insgesamt wurden bei dem Crash, dessen Schockwellen auf den gesamten Kryptomarkt ausstrahlen, mindestens 40 Milliarden US-Dollar Kapital in wenigen Tagen versenkt.

Hat das neue Terra eine realistische Chance?

Laut Beschlussvorlage wird vor dem Launch des neuen Terra 2.0 ein Snapshot am Freitag angefertigt. Ein zweiter Snapshot vom 7. Mai soll die Situation vor der Abwärtsspirale belegen. Diese beiden Momentaufnahmen sind Grundlage dafür, wie LUNA 2.0 per Airdrop verteilt wird. 35 Prozent gehen an diejenigen, welche LUNA vor dem Crash gehalten haben und 10 Prozent an alle, die jetzt noch LUNA haben. Wer UST vor dem Zusammenbruch über das DeFi Protokoll Anchor angelegt hatte, kommt in den Pool, dem 10 Prozent aller neuen LUNA zusteht. Weitere 10 Prozent werden unter denen verteilt, die UST nach wie vor halten. Die restlichen 30 Prozent aller neuen LUNA kommen in einen „Community Pool“, aus dem insbesondere Anreize für Entwickler geschaffen werden sollen.

Das Verteilungsschema legt einen Schwerpunkt darauf, LUNA und UST Wallets mit kleineren Guthaben zu bevorteilen und sogenannte Whales mit großen Guthaben proportional geringer zu bedenken. Ein zweiter Grundgedanke ist, dass das neue LUNA von Beginn an nur in überschaubaren Tranchen auf den freien Markt kommt und die Mehrheit der Zuteilungen an Haltefristen gebunden ist, beziehungsweise erst über die kommenden zwei Jahre geschieht. Der Ansatz scheint sinnvoll, um eine Überschwemmung des freien Markts mit dem neuen LUNA zu verhindern.

Mehrere Dutzend Entwickler Teams, die schon früher unter LUNA agierten, haben sich für den Versuch des Neustarts ausgesprochen und wollen ihre Projekte jetzt im neuen Terra Ökosystem verankern. Damit wird das neue LUNA von Anfang an diverse DApps aufweisen können und darf auch auf eine bewährte Blockchain verweisen. Ob dies aber genügt, um frisches Kapital zum schwer belasteten Markennamen Terra anzulocken, ist die existenzielle Frage. Sie kann wohl erst beantwortet werden, wenn große Kryptobörsen das neue LUNA listen und so ein freier Markt entsteht.

Fazit: LUNA versucht Comeback – Experiment der Extraklasse

Kritiker in der Diskussion zu LUNA 2.0 sehen in dem Plan möglicherweise auch einen Versuch, die Hintergründe des milliardenschweren Crash zu vertuschen. Do Kwon bestreitet solche Vorwürfe über seinen Twitter Account und beschwört stattdessen wieder und wieder, dass Terra viel mehr als nur UST gewesen sei. Eine juristische Aufarbeitung der Vorfälle deutet sich aber ohnehin in Korea und den USA an. Derweil werden Anleger und Kryptobranche gespannt darauf schauen, ob es Terra tatsächlich gelingt, wie ein Phönix aus der Asche aufzuerstehen oder als lahmer Rohrkrepierer endet.



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