Mit $USDC-Überweisungen in Samsung Wallet könnten Nutzer kompatibler Galaxy-Geräte den Dienst nutzen, ohne eine weitere App installieren oder private Schlüssel selbst verwalten zu müssen, so Chai.
Stablecoins dienen vor allem als digitale Dollar für alltägliche Finanzgeschäfte. Nutzer schicken damit Geld an Angehörige im Ausland, bezahlen online oder sichern ihre Ersparnisse ab, wenn die eigene Währung stark an Wert verliert.
Laut dem Jahresbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Nutzung für grenzüberschreitende Zahlungen in diesem Jahr deutlich zugenommen, vor allem wegen der niedrigen Kosten. Während eine Banküberweisung ins Ausland oft mehrere Tage dauert, kommt eine Stablecoin-Zahlung meist innerhalb weniger Minuten an.
Dennoch ist der Umgang mit Kryptowährungen für viele Menschen umständlich. Wer Stablecoins versenden möchte, benötigt häufig ein Konto bei einer Kryptobörse und eine separate Wallet. Hinzu kommt die Auswahl des richtigen Netzwerks.
Außerdem tragen die Nutzer selbst die Verantwortung. Wer die Wiederherstellungsphrase seiner Wallet verliert – eine Art Ersatzpasswort aus zwölf oder 24 Wörtern – oder Geld an eine falsche Adresse sendet, verliert meist dauerhaft den Zugriff auf sein Guthaben.
Samsung beseitigt diese Hürden weitgehend. Alle Schritte erfolgen in einer bereits auf dem Smartphone installierten App. Die Bestätigung erfolgt per Fingerabdruck.
Solana und Sui als technische Grundlage
Die digitalen Dollar werden über die Blockchains von Solana (SOL) und Sui ($SUI) übertragen.
Das Solana-Netzwerk gilt als schnell und kostengünstig. Überweisungen werden innerhalb weniger Sekunden abgewickelt und kosten meist nur einen Bruchteil eines Cents. Damit hat sich Solana zu einem der wichtigsten Netzwerke für $USDC entwickelt.
Sui ist deutlich jünger und gilt als einer der direkten Konkurrenten von Solana. Auch dieses Netzwerk setzt auf schnelle und kostengünstige Transaktionen.
Das Netzwerk startete 2023 und wurde von Mysten Labs entwickelt. Das Unternehmen wurde von ehemaligen Meta-Mitarbeitern gegründet, die zuvor am Stablecoin-Projekt Diem gearbeitet hatten.
Für digitale Dollar ist Sui besonders interessant. Seit Mai erhebt das Netzwerk keine Transaktionsgebühren mehr für Überweisungen von Stablecoins wie $USDC zwischen Wallets. Nutzer müssen auch keine $SUI-Coins halten, um Gebühren zu bezahlen.
Stablecoins könnten internationale Geldtransfers schneller und einfacher machen, erklärt Lily Liu, Präsidentin der Solana Foundation. Galaxy-Nutzer sollten davon profitieren können, ohne sich mit der Komplexität herkömmlicher Krypto-Anwendungen auseinandersetzen zu müssen.
Liu zufolge fehlte Stablecoins bislang lediglich der Zugang zu einem breiten Publikum. Die Zusammenarbeit mit Samsung schaffe diesen Zugang nun.
Schritt zur breiten Nutzung
Samsung Wallet gibt es seit Juni 2022. Damals führte Samsung seine Bezahl-App Samsung Pay, die seit 2015 in den USA verfügbar ist, mit dem Passwortmanager Samsung Pass zusammen.
In der App hinterlegen Galaxy-Nutzer ihre Bankkarten, Bordkarten und Ausweisdokumente. Bei einigen Automarken lässt sich dort auch ein digitaler Autoschlüssel speichern. Mit $USDC kommt nun eine Funktion für Auslandsüberweisungen hinzu.
Es ist die erste groß angelegte Einführung im Rahmen der Stablecoin-Pläne, die Samsung im August angekündigt hatte.
Kevin Lehtiniitty, Chef der Zahlungsplattform Borderless.xyz, rechnet damit, dass die Konkurrenz nachzieht. Auf LinkedIn schrieb er:
Der Durchbruch zur breiten Nutzung werde nicht dadurch kommen, dass Menschen Krypto-Apps herunterladen, sondern über die Smartphones, die sie bereits besitzen. Er erwarte, dass Apple und Google nachziehen. Dann könnten Auslandsüberweisungen so einfach werden wie das Versenden einer SMS.