Ripple Custody und Tokenisierung für Südkoreas Kapitalmarkt
Kern der Vereinbarung ist zunächst eine gemeinsame Prüfung. Beide Unternehmen wollen ausloten, wie sich Ripples Tokenisierungsinfrastruktur und Ripple Custody am koreanischen Kapitalmarkt einsetzen lassen. Ripple vertreibt beide Lösungen bereits an Finanzinstitute weltweit.
Ripple Custody richtet sich an Banken und andere institutionelle Kunden, die digitale Vermögenswerte sicher verwahren wollen. Die Abbildung realer Vermögenswerte wie Anleihen oder Fondsanteile als Token gilt gemeinhin als einer der stärksten Anwendungsfälle, der es schon sehr bald in den Mainstream schaffen könnte.
Starten soll die Zusammenarbeit zunächst nur dort, wo es das Wertpapierrecht und die geltende Regulierung bereits erlauben. Mit jedem Fortschritt, den der koreanische Rechtsrahmen in Zukunft erzielen könnte, will man die Kooperation dann schrittweise ausweiten.
Konkrete Produkte, Zeitpläne oder finanzielle Details nannten die Unternehmen nicht. Ob $XRP oder der $XRP Ledger in den Plänen eine Rolle spielen, geht aus den Angaben ebenfalls nicht hervor.
Meritz Securities bringt sich für die Regulierung in Stellung
Meritz Securities bereitet sich seit einiger Zeit darauf vor, dass digitale Vermögenswerte in Südkoreas regulierten Finanzmarkt einziehen. Geprüft werden nach Unternehmensangaben Spot-ETFs auf digitale Assets und eine Handelsplattform. Auch Stablecoins in koreanischen Won, Security Token Offerings und Fractional Investing, also Bruchteilsbeteiligungen etwa an Immobilien, stehen auf der Agenda.
Die Partnerschaft mit Ripple soll das Haus frühzeitig auf die anstehenden Regeländerungen vorbereiten. Für tokenisierte Wertpapiere steht der Rechtsrahmen bereits. Die nötigen Gesetzesänderungen hat das Parlament im Januar 2026 beschlossen, sie treten am 4. Februar 2027 in Kraft.
Das umfassende Rahmengesetz Digital Asset Basic Act, das auch Won-Stablecoins regeln soll, liegt dagegen noch im Parlament. Regierung und Regierungspartei wollen es bis Ende 2026 verabschieden.
Was die Partnerschaft für Ripple und $XRP bedeutet
Ein Vertreter von Meritz Securities sagte, die Partnerschaft schaffe die Grundlage, Ripples globale Infrastruktur für digitale Assets mit den eigenen Kapitalmarktkompetenzen zu verbinden. Sichere und verlässliche Finanzdienste rund um digitale Vermögenswerte wolle man schrittweise und im Einklang mit den neuen Regeln vorbereiten. Ripples Asien-Pazifik-Chefin Fiona Murray erklärte, man wolle ausloten, wie digitale Infrastruktur Koreas Kapitalmarkt weiter voranbringen könne.
Für Ripple ist es nicht der erste Vorstoß in Südkorea. Bereits im Februar 2025 kündigte der koreanische Krypto-Verwahrer BDACS an, Ripple Custody für $XRP und den Stablecoin RLUSD einzusetzen. Mit Meritz gewinnt das 2012 gegründete Unternehmen aus San Francisco nun ein klassisches Wertpapierhaus als Partner.
Aus der Vereinbarung lässt sich kein unmittelbarer Effekt auf $XRP erwarten. Ripple Custody ist nicht an $XRP gebunden und kann auch andere Kryptowährungen, Stablecoins und tokenisierte Wertpapiere verwahren. Der Deal dürfte aber Ripples Position als Infrastrukturanbieter für Banken und Broker in Asien stärken.
Wie schnell daraus konkrete Produkte werden, hängt maßgeblich von Gesetzgeber und Aufsicht in Seoul ab. Mit Blick auf den Zeitplan spielt der 4. Februar 2027 für die Branche eine besondere Rolle. Denn an dem Stichtag sollen die neuen Spielregeln für tokenisierte Wertpapiere in Südkorea in Kraft treten. Nach Plänen der Finanzaufsicht FSC sollen dann neben Bruchteilsbeteiligungen auch Fonds, Anleihen und nicht börsennotierte Aktien als Token ausgegeben werden können.