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Monero erreicht 7-Monats-Hoch nach THORChain-Upgrade

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Monero ($XMR) hat ein 7-Monats-Hoch erreicht und notiert bei rund 546 USD. Über 30 Tage legte der Kurs damit 50.67% zu, gleichzeitig mit dem THORChain-Upgrade auf Version 3.20.

Monero ist die grösste Privacy-Coin nach Marktkapitalisierung. Das Netzwerk verschleiert Absender, Empfänger und Betrag jeder Zahlung über Ring-Signaturen und Stealth-Adressen. Genau diese Eigenschaft macht es allerdings zum wiederkehrenden Ziel von Regulatoren. Zentralisierte Börsen haben die Coin über Jahre aus ihren Angeboten gestrichen. Das Projekt läuft seit 2014. Den jüngsten Impuls lieferte THORChain, ein dezentrales Cross-Chain-Liquiditätsprotokoll für den Tausch zwischen Blockchains. Ende August schuf das Protokoll mit Version 3.20 die technische Grundlage für native Monero-Swaps. Unmittelbar danach stieg der Kurs um rund 8.9%. Insgesamt liegt die Marktkapitalisierung bei 10.27 Mrd. USD, was Rang 12 unter allen Kryptowährungen entspricht. Auf Jahressicht steht $XMR ausserdem 108.67% höher.

Monero-Kursentwicklung $XMR/USD (daily) / Charts: Tradingview

THORChain bereitet native Monero-Swaps technisch vor

THORChain verbindet mehrere Blockchains über ein Netzwerk aus Liquiditätspools und Validatoren. Nutzer tauschen dort Vermögenswerte direkt zwischen Ketten, ohne sie einer Börse anzuvertrauen. Zentrale Handelsplätze verlangen hingegen Konto, Verifizierung und Verwahrung der Bestände. Für Monero funktionierte das bisher nicht. Wer $XMR gegen Bitcoin tauschen wollte, brauchte zuvor eine zentrale Börse oder einen gewickelten (engl. = wrapped) Token. Gewickelte Versionen bilden einen Coin auf einer fremden Chain ab und setzen deshalb Vertrauen in den Emittenten voraus.

Version 3.20 erschien Ende August. Die Pressemitteilung dazu kündigte native Swaps von Monero und Zcash gegen Bitcoin, Ethereum und Stablecoins an. Zwei Tage später korrigierte THORChain diese Darstellung im eigenen Blog und verschob die Aktivierung beider Coins. Auf der Website des Protokolls fehlt Monero bis heute in der Liste der unterstützten Ketten. Handelbar ist $XMR über THORChain somit noch nicht. Geliefert hat das Upgrade stattdessen den Unterbau. Dazu zählen FROST-Threshold-Signaturen, Schlüsselerzeugung, Vault-Rotation und die Beobachtung von Transaktionen. Hinzu kommen memolose Swaps, weil Moneros Transaktionsfeld nur 16 Byte fasst und die üblichen THORChain-Memos nicht aufnimmt.

Version 3.20 ändert ausserdem einiges jenseits der Privacy Coins. Das Protokoll führt Protocol-Owned Liquidity ein und kann damit eigenes Kapital in die späteren $XMR- und ZEC-Pools legen. Eine sogenannte Stable Reserve ermöglicht ferner Swaps zwischen Stablecoins ohne Liquiditätsgebühren. Weiterhin stellte das Team den Handel auf Solana, Base und BNB Chain wieder her. Ein Vault-Exploit über rund 10.7 Mio. USD hatte das Protokoll im Mai 2026 zeitweise lahmgelegt. Version 3.19 nahm den Betrieb zuvor wieder auf.

Binance, OKX und Coinbase meiden Monero

Der Zugang über grosse Handelsplätze schrumpft seit Jahren. Binance kündigte im Februar 2024 das Delisting von Monero an und stellte Handel und Einzahlungen Ende Oktober desselben Jahres ein. Auszahlungen liess die Börse danach noch bis zum Jahresende zu. Verbliebene Guthaben konvertierte die Plattform schliesslich automatisch. Die Fristen setzten Halter somit unter Zeitdruck. OKX entfernte $XMR ebenfalls 2024 aus dem Angebot, und beide Häuser zählen zu den grössten Krypto-Börsen weltweit. Der Rückzug traf daher einen der wichtigsten Märkte für $XMR.

Coinbase hat Monero nie gelistet. In den USA bleibt der Besitz von $XMR legal. FinCEN, IRS und das Finanzministerium stufen den Coin jedoch als erhöhtes Risiko ein. Ausschlaggebend ist die eingeschränkte Nachverfolgbarkeit der Transaktionen. Diese Einstufung erhöht gleichzeitig die Compliance-Anforderungen für regulierte Anbieter. Folglich verschwand die grösste Privacy-Coin schrittweise aus dem Angebot der Marktführer.

Handelbar bleibt $XMR trotzdem. Kraken führt den Coin ausserhalb des Europäischen Wirtschaftsraums weiter, KuCoin und MEXC ebenso. Der Zugang hängt seither stärker vom Wohnsitz des Nutzers ab als von seiner Börsenwahl. Ein dezentrales Protokoll bindet den Handel hingegen an keinen Listing-Entscheid. Genau hier setzt die geplante THORChain-Integration an. Offen steht dieser Weg allerdings noch nicht.

EU-Anonymitätsverbot trifft Monero ab Juli 2027

In Europa steht der schärfste Eingriff noch bevor. Die Anti-Geldwäscheverordnung der EU, Verordnung (EU) 2024/1624, untersagt regulierten Krypto-Dienstleistern ab dem 10. Juli 2027 anonyme Konten. Verboten ist ab diesem Datum zudem der Umgang mit anonymitätsfördernden Coins wie Monero. Als Krypto-Dienstleister gelten Börsen, Verwahrer und Broker mit Lizenz in der EU. Die Verordnung gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und braucht deswegen keine nationale Umsetzung. Der Besitz durch Privatpersonen bleibt jedoch legal. Betroffen ist der regulierte Zugang, nicht das Halten der Coins.

Einzelne Anbieter haben die Regel vorweggenommen. Kraken strich $XMR Ende 2024 für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum und verwies auf die kommende MiCA-Regulierung. Mit der Frist verlieren lizenzierte Plattformen in allen EU-Mitgliedstaaten die Möglichkeit, $XMR anzubieten. Zunächst bleiben den Häusern gut zehn Monate Vorlaufzeit. Die Umstellung betrifft Kundenkonten, Verwahrung und Handelspaare gleichermassen. Die Schweiz gehört weder der EU noch dem EWR an und fällt deshalb nicht unter die Verordnung. Massgeblich bleiben hier das Geldwäschereigesetz und die Praxis der FINMA. Schweizer Anbieter mit EU-lizenzierten Töchtern oder Zweigniederlassungen trifft die Regel über diese Einheiten trotzdem.

Die EU steht mit diesem Kurs nicht allein. Japan untersagte seinen Börsen die Listung von Privacy Coins bereits 2018. Südkorea zog 2020 mit einer Weisung der Finanzaufsicht nach und machte die Vorgabe 2021 gesetzlich verbindlich. Dubais Finanzaufsicht DFSA verbot lizenzierten Plattformen in der Freizone DIFC ebenfalls den Handel mit Monero und Zcash. Der regulierte Zugang verengt sich folglich weltweit weiter. Lizenzierte Plattformen ziehen sich zurück, während über THORChain ein Handelsweg ohne Listing-Entscheid entstehen soll. Das Protokoll hat diesen Weg angekündigt und technisch vorbereitet, bislang aber nicht freigeschaltet.

cvj.ch