Nach einer längeren Ask-Me-Anything (AMA)-Pause hat sich $IOTA Mitbegründer Dominik Schiener am Mittwoch erneut den Fragen der Community gestellt und dabei einige neue und interessante Details verraten.
$IOTA reduziert Team auf 85 bis 90 Mitarbeiter
Als erstes ging Schiener auf die personelle Situation der $IOTA Stiftung ein. Wie Schiener bereits Ende Juni enthüllte, gab es größere Umstrukturierungen bei der $IOTA Stiftung.
Schiener führt aus, dass in den vergangenen Monaten die bislang getrennten Teams der $IOTA Foundation und von TWIN zusammengeführt wurden. Dadurch seien doppelte Funktionen unter anderem in der Entwicklung, im Design und im Produktmanagement weggefallen.
Aktuell beschäftigt die Organisation laut Schiener noch etwa 90 Mitarbeiter. Gleichzeitig wurden Ausgaben für Förderprogramme und Integrationen reduziert. Die finanziellen Mittel reichen laut Schiener mehr als zwei Jahre:
„Insgesamt mussten wir uns von rund 25 Prozent des gesamten Teams trennen. Derzeit beschäftigen wir etwa 85 bis 90 Mitarbeiter, und unsere finanziellen Mittel reichen weiterhin für mehr als zwei Jahre.“
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Einnahmen erzielt $IOTA bereits über staatliche und institutionelle Projekte, darunter Kooperationen in Kenia und Fördermittel von TradeMark Africa. Diese Mittel decken jedoch nur einzelne Teams ab und noch nicht den vollständigen Betrieb. Schiener sagte:
„Wir erzielen bereits Einnahmen aus einigen dieser Kooperationen, beispielsweise in Kenia, und erhalten Fördermittel von TradeMark Africa. Das reicht zwar nicht aus, um die gesamten Betriebskosten zu decken, aber zumindest können damit einige Teams finanziert werden.“
TWIN Cloud könnte erstmals $IOTA Nachfrage erzeugen
Der Fokus liegt laut Schiner nun auf der TWIN Cloud. Unternehmen sollen die Plattform über Abonnements oder Transaktionsgebühren in Fiatgeld nutzen können. TWIN kauft die benötigten $IOTA-Token und bezahlt damit die Netzwerkgebühren.
Damit wird die Nutzung von TWIN erstmals automatisch mit einer Nachfrage nach $IOTA verbunden. Ein genauer Effekt auf den Token lasse sich laut Schiener allerdings erst bei größerem Transaktionsvolumen beziffern:
„Das Wichtigste ist jetzt, das Geschäft aufzubauen. Wir müssen Kunden gewinnen, die tatsächlich bezahlen und TWIN als kommerzielles Angebot nützlich finden. Erst anschließend können wir die wirtschaftliche Verbindung zu $IOTA weiter ausbauen.“
Die ersten Kunden könnten nach Schieners Einschätzung innerhalb von zwei bis drei Monaten aufgenommen werden. Langfristig soll TWIN die Entwicklung des $IOTA Netzwerks finanzieren und die Abhängigkeit der Foundation von Verkäufen aus ihrer Token-Reserve verringern. Auch eine externe Kapitalaufnahme für TWIN als gewinnorientiertes Unternehmen sei denkbar. Schiener verriet:
„Wir sind bereits an einem guten Punkt und dürften noch etwa zwei oder drei Monate davon entfernt sein, die ersten Kunden aufnehmen zu können. Die Kommerzialisierung von TWIN war und bleibt für das gesamte Jahr unsere wichtigste Priorität.“
Kenia, TradeDollar und neue Pilotprojekte
Am weitesten fortgeschritten ist TWIN in Kenia. Die technische Umsetzung sei abgeschlossen, allerdings müssten noch Zertifizierungen und kommerzielle Vereinbarungen mit der Regierung finalisiert werden. Der Produktionsstart könnte innerhalb der kommenden Monate erfolgen.
„Das Projekt ist vollständig aufgebaut und wurde bereits übergeben. Sobald die noch ausstehenden Vereinbarungen abgeschlossen sind, können wir es ausrollen und TWIN wird endlich in einem Handelskorridor in Kenia produktiv eingesetzt.“
Bei ADAPT konzentriert sich $IOTA derzeit vor allem auf Kenia und Nigeria. Erste Transaktionen erwartet Schiener bis Ende 2026. Gleichzeitig sind Piloten für den Handel mit Kaffee und Avocados zwischen Kenia und Großbritannien in der Entstehung.
Bis Jahresende sollen diese Tests abgeschlossen und kommerzielle Anwendungen für die TWIN Cloud, Handelsfinanzierung und TradeDollar aufgebaut sein. Millionen täglicher Transaktionen seien kurzfristig jedoch nicht zu erwarten:
„In den kommenden Monaten werden die Menschen sehen, wie die Aktivität zunimmt. Wir werden jedoch nicht sofort die Millionen von Transaktionen erreichen, die manche erwarten. Das braucht schlichtweg Zeit.“
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TradeDollar soll Vermögenswerte auf $IOTA tokenisieren. Der erste Investment-Vault wird dennoch auf Ethereum starten, weil dort bereits Stablecoin-Liquidität und erprobte Infrastruktur vorhanden sind. Eine Integration von USDT0 auf $IOTA werde weiterhin verfolgt, einen konkreten Termin nannte Schiener nicht.
„TradeDollar läuft auf $IOTA und tokenisiert dort die Vermögenswerte. Um das Projekt jedoch schnell starten zu können, wurde entschieden, den ersten Vault auf Ethereum zu lancieren, weil Investoren dort ihre Stablecoins besonders einfach bereitstellen können. Es geht darum, dorthin zu gehen, wo die Liquidität bereits vorhanden ist, anstatt sie zum Wechsel zu zwingen.“
Keine öffentliche Roadmap mehr
Eine neue öffentliche Roadmap schloss Schiener ausdrücklich aus. Das Team benötige die Flexibilität, seine Strategie an Marktbedingungen anzupassen, ohne an frühere Zeitpläne gebunden zu sein. Interne Roadmaps existieren aber weiterhin.
„Wir werden keine weitere öffentliche Roadmap veröffentlichen. Ich verstehe vollkommen, warum die Menschen sie sehen wollen, aber für ein Team ist es unglaublich schwierig, damit zu arbeiten. Als Startup müssen wir schnell handeln und auch bereit sein, von früheren öffentlichen Aussagen abzuweichen, um voranzukommen.“
Auf den Kursverfall von $IOTA angesprochen, nahm Schiener kein Blatt vor den Mund. Der niedrige $IOTA-Preis schade der Wahrnehmung und könnte langfristig die Netzwerksicherheit beeinträchtigen. Als Mindestziel nannte er eine Rückkehr unter die 100 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung.
„Der Token-Preis ist wichtig für die Sicherheit und Dezentralisierung des Netzwerks. Er ist außerdem entscheidend für die Wahrnehmung von $IOTA. Als absolutes Mindestziel müssen wir wieder zu den 100 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung gehören und uns dort beweisen.“
Den Shimmer-Token bezeichnete Schiener offen als gescheitert. Fehlende Börsenlistings, Liquidität und Investorennachfrage hätten das Projekt belastet. Einen Ausgleich für Halter stellte er nicht in Aussicht.
„Als Token ist Shimmer eindeutig gescheitert. Das lag daran, dass es keine ausreichenden Börsenlistings, keine Liquidität und keine Investoren gab, die den Token kaufen wollten. Das war für uns natürlich eine äußerst schwierige Situation.“
Nachfolgend kannst du dir das gesamte AMA mit Dominik Schiener anhören:
We're live!https://t.co/4BgUCb55lJ
— $IOTA (@iota) July 15, 2026