de
Zurück zur Liste

Ripple holt sich die MiCA-Lizenz für EU-Geschäfte

source-logo  trendingtopics.eu 1 S
image

Die luxemburgische Finanzaufsicht hat Ripple als Crypto Asset Service Provider (CASP) zugelassen. Damit gehört das US-Blockchain-Unternehmen zu den ersten großen Playern, die nach dem Ende der MiCA-Übergangsfrist vollständig reguliert in Europa operieren – während Konkurrent Binance seinen Antrag zurückzog.

Ripple hat die vollständige Zulassung unter der europäischen Krypto-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) erhalten. Die luxemburgische Finanzaufsichtsbehörde CSSF erteilte dem Blockchain-Payment-Unternehmen eine Lizenz als Crypto Asset Service Provider (CASP). Bereits im Juni hatte Ripple eine vorläufige Genehmigung erhalten – nun ist die Autorisierung final.

In Kombination mit der bestehenden E-Geld-Lizenz (Electronic Money Institution) kann Ripple damit regulierte Krypto-Asset-Dienstleistungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) anbieten. Möglich macht das der Passporting-Mechanismus von MiCA: Eine einzige Lizenz aus einem Mitgliedstaat genügt, um Dienste in allen EWR-Ländern anzubieten – ein zentraler Vorteil des einheitlichen europäischen Rechtsrahmens gegenüber dem früheren Flickenteppich nationaler Regelungen.

Mehr als 75 Lizenzen weltweit

Nach eigenen Angaben zählt Ripple damit zu einer kleinen Gruppe von Digital-Asset-Unternehmen mit voller MiCA-Autorisierung. Insgesamt hält das Unternehmen mittlerweile mehr als 75 regulatorische Lizenzen weltweit, darunter seit Januar auch eine Zulassung der britischen Finanzaufsicht FCA.

Cassie Craddock, Ripple-Managing-Director für UK und Europa, betonte, dass das Unternehmen mit der CASP-Zulassung vollständig konform in die Post-Übergangsphase von MiCA starte und bereit sei zu skalieren.

Für den europäischen Markt relevant ist Ripple vor allem mit seinen Payment-Lösungen: Das Unternehmen bietet grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung auf Blockchain-Basis (Ripple Payments), Custody-Dienste für institutionelle Kunden sowie den Stablecoin RLUSD an. Mit der MiCA-Lizenz kann Ripple diese Services nun EU-weit reguliert an Banken, Zahlungsdienstleister und Krypto-Unternehmen vertreiben.

MiCA-Enforcement hat begonnen

Die Zulassung fällt in eine entscheidende Phase: Am 1. Juli endete die MiCA-Übergangsfrist. Seither müssen Krypto-Unternehmen in der EU entweder autorisiert sein oder ihre regulierten Dienste einstellen. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA veröffentlichte am Freitag ein aktualisiertes Register mit 280 lizenzierten Anbietern – eine Woche zuvor waren es noch 243. Zu den 37 Neuzugängen zählen unter anderem Standard Chartered, FalconX und Sygnum Europe.

Nicht alle haben die Deadline geschafft: Binance, die nach Handelsvolumen größte Krypto-Börse der Welt, zog ihren MiCA-Antrag in Griechenland kurz vor dem Stichtag zurück und will die Zulassung nun in einem anderen Mitgliedstaat anstreben.

Die EU befindet sich damit offiziell in der Enforcement-Phase von MiCA. Nicht autorisierte Anbieter müssen ihre Aktivitäten abwickeln oder mit Strafen rechnen. Während die ESMA die Aufsicht koordiniert und das zentrale Register führt, liegt die tägliche Durchsetzung bei den nationalen Regulierungsbehörden – die Umsetzung dürfte daher von Land zu Land unterschiedlich streng ausfallen. Belgiens Finanzaufsicht FSMA macht bereits Ernst: Sie identifizierte am Montag sechs Krypto-Dienstleister, die ohne Zulassung operieren, und setzte sie auf ihre Liste nicht autorisierter Anbieter.

trendingtopics.eu