Qivalis, eine Gruppe europäischer Banken, die einen regulierten Euro-Stablecoin entwickelt, gab am Mittwoch bekannt, dass 25 weitere Kreditinstitute sich der Initiative angeschlossen haben, wodurch sich die Mitgliederzahl mehr als verdreifacht hat, da Banken in der gesamten Region ihre Aktivitäten im Bereich der Blockchain-Finanzierung intensivieren.
Die Erweiterung bringt das Konsortium auf 37 Finanzinstitute aus 15 europäischen Ländern. Zu den neuen Mitgliedern gehören ABN AMRO, Rabobank, Intesa Sanpaolo, Nordea, Erste Group und die Nationalbank von Griechenland.
Die Expansion erfolgt, während die Tokenisierung bei großen Finanzinstituten und Vermögensverwaltern zunehmend an Bedeutung gewinnt, wobei Stablecoins — Krypto-Token, deren Wert an einen traditionellen Vermögenswert wie eine Fiat-Währung gekoppelt ist — eine Schlüsselrolle bei Abwicklungen und Vermögenshandelsgeschäften auf Blockchain-Plattformen spielen.
Die Bemühung spiegelt auch einen breiteren Vorstoß europäischer Banken wider, die Nutzung von euro-denominierten Stablecoins zu erweitern und Dominanz reduzieren von US-Dollar-gestützten Token, die derzeit etwa 99 % des globalen Stablecoin-Marktes ausmachen.
Die gesamte Marktkapitalisierung der Stablecoins beläuft sich auf etwa 318 Milliarden US-Dollar, dominiert von Tethers USDT und Circle Internets (CRCL) USDC. Zusammen machen sie mehr als 80 % des Gesamtmarktes aus.
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Durch den Aufbau einer regulierten, eurobasierten Alternative zielt Qivalis darauf ab, die Rolle der Einheitswährung im Bereich digitaler Zahlungen und tokenisierter Finanzierungen zu stärken, da die Blockchain-Abwicklung bei Institutionen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
"Diese Infrastruktur ist unerlässlich, wenn Europa in der globalen digitalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig seine strategische Autonomie bewahren will", sagte Howard Davies, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Qivalis.
Die Gruppe plant, ihre eurogestützte Stablecoin in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 im Rahmen des EU-Regulierungsrahmens Markets in Crypto-Assets (MiCA) auf den Markt zu bringen. Zudem strebt sie eine Lizenz als elektronisches Geldinstitut (EMI) von der niederländischen Zentralbank an.
Mit Initiativen wie Qivalis wird erwartet, dass Euro-Stablecoins in den nächsten Jahren stark wachsen. S&P Global Ratings prognostiziert dass der Markt für Euro-Stablecoins von derzeit etwa 770 Millionen Euro (895 Millionen US-Dollar) auf bis zu 1,1 Billionen Euro bis 2030 wachsen könnte, angetrieben vor allem durch tokenisierte Finanzierungen und institutionelle Akzeptanz.