Aptos Labs plant die Einführung eines nativ verschlüsselten Mempools, um Nutzer auf Protokollebene vor Frontrunning, Zensur und dem Durchsickern von Order-Flows zu schützen. Sobald dies von der Governance genehmigt ist, würde Aptos die erste Layer-1-Blockchain sein, die eine integrierte Vertraulichkeit von Transaktionsabsichten bietet, anstatt auf Tools von Drittanbietern zurückzugreifen. Das Team erklärt, dass die Funktion auf Hochfrequenzhandel, DeFi und institutionelle Transaktionsströme abzielt, die stärkere Datenschutzgarantien benötigen.
Heute senden die meisten Blockchains ausstehende Transaktionen im Klartext, was es Bots und einigen Validatoren ermöglicht, Nutzer auszunutzen, indem sie deren Trades neu ordnen oder kopieren. Der verschlüsselte Mempool von Aptos schließt diese „Sichtbarkeitslücke“, indem er Transaktionsdetails verbirgt, bis die Blockreihenfolge endgültig ist. Das Team möchte den On-Chain-Handel näher an private elektronische Märkte heranführen, wo Händler ihre Orderbücher nicht vollständig in Echtzeit offenlegen.
Aptos verschlüsselter Mempool 🔒
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Governance wird Aptos die erste L1 sein, die einen nativen verschlüsselten Mempool anbietet – vollständige Vertraulichkeit der Transaktionsabsichten, keine Beeinträchtigung der Geschwindigkeit und dieselben Vertrauensvoraussetzungen wie das Netzwerk selbst.
Ein Klick. Vollständig vor Frontrunning geschützt. pic.twitter.com/l2XaCKcjp8
— Aptos (@Aptos) 12. Mai 2026
So funktioniert der verschlüsselte Mempool
Nach dem neuen Design senden Nutzer verschlüsselte Versionen ihrer Transaktionen, sogenannte Chiffretexte, direkt in den Aptos-Mempool. Das System hält Beträge, Adressen und Handelsabsichten während der Blockbildung verborgen, sodass weder Bots noch Validatoren ausstehende Aufträge sehen oder darauf reagieren können. Die Entschlüsselung erfolgt erst, nachdem das Netzwerk die Blockreihenfolge finalisiert hat, direkt vor der Ausführung, und dann erscheinen die Transaktionen wie gewohnt in der Blockchain.
Aptos nutzt ein batchbasiertes Schwellenwert-Entschlüsselungsschema, das sich auf den bestehenden Validator-Satz stützt, anstatt auf eine neue vertrauenswürdige Partei. Mehrere Validatoren entschlüsseln Transaktionen gemeinsam, was bedeutet, dass kein einzelner Akteur die Daten vorzeitig offenlegen kann. Laut Aptos hat diese Konfiguration nur minimale Auswirkungen auf die Netzwerklatenz und behält die gleichen Vertrauensannahmen bei, die Nutzer bereits akzeptieren, wenn sie die Chain heute nutzen.
Schutz vor MEV und Zensur
Durch die Verschlüsselung des Mempools will Aptos verschiedene Formen des „Maximal Extractable Value“ (MEV) neutralisieren, die DeFi-Nutzer seit Jahren plagen. Frontrunning-Bots werden große Swaps oder Liquidationen nicht mehr im Voraus erkennen, sodass sie ehrlichen Nutzern im Block nicht mehr zuvorkommen können. Das Design verhindert zudem, dass Dritte Order-Flow-Daten verkaufen oder hochwertige Strategien aus ausstehenden Transaktionen kopieren.
Aptos sagt, dass die Verschlüsselung auf Mempool-Ebene auch das Zensurrisiko verringert, da Validatoren einzelne Trades oder Adressen nicht ohne Weiteres ins Visier nehmen können, wenn Transaktionen verschleiert sind. Sobald Blöcke bestätigt sind, bleiben alle Daten öffentlich und auf der Blockchain überprüfbar, was Regulierungsbehörden und Analysten klare Transparenz bietet. Wenn die Governance den Vorschlag annimmt, können Nutzer mit einer einzigen Einstellung in kompatiblen Wallets und Apps verschlüsselte Beiträge aktivieren.
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