Im Großteil der Geschichte von Krypto bestand der hauptsächliche Anwendungsfall in einer einfach gehaltenen Funktion: dem Kauf von Token und deren Handel.
Nun sind einige Investoren und Entwickler der Ansicht, dass sich die Branche möglicherweise zu einem ganz anderen Modell entwickelt: Kryptowährungen zu verdienen, anstatt sie zu kaufen.
Eine Version dieser Idee wird von der Risikokapitalgesellschaft Multicoin Capital als bezeichnetInternet Arbeitsmärkte (ILM) — Netzwerke, in denen Nutzer durch das Einbringen von Arbeit, Ressourcen oder Expertise Token erhalten.
„Der Grund, warum Menschen in Zukunft ihre erste Kryptowährung erhalten, wird nicht darin liegen, dass sie sie gekauft haben“, sagte Sengupta in einem Interview mit CoinDesk. „Sondern weil sie sie verdient haben.“
Das Konzept hat begonnen, insbesondere in Ökosystemen wie Solana, Aufmerksamkeit zu erlangen, wo eine zunehmende Anzahl von Projekten mit Netzwerken experimentiert, die Nutzer für die Durchführung überprüfbarer Aufgaben belohnen.
Dieser Wandel – von Spekulation hin zu Verdienst – steht im Zentrum der Internet-Arbeitsmärkte, in denen Nutzer Arbeit, Ressourcen oder Urteil in dezentrale Netzwerke einbringen und im Gegenzug Token erhalten. Sollte sich das Modell durchsetzen, ist Sengupta überzeugt, dass sich Krypto zu etwas entwickeln könnte, das einem globalen Arbeitsmarkt näher kommt.
Während der größten Zeit der Existenz von Krypto bedeutete die Teilnahme, traditionelles Geld in digitale Vermögenswerte wie Bitcoin, Ether oder Solana umzuwandeln, bevor man mit dem Ökosystem interagierte. ILMs kehren diese Dynamik um: Statt zunächst Token zu kaufen, erledigen Benutzer Aufgaben und erhalten Krypto als Bezahlung.
„Die Idee ist einfach“, sagte Sengupta. „Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Menschen in die Kryptowelt einsteigen – entweder durch Kauf oder durch Einkommen.“
In den letzten zehn Jahren haben die meisten Nutzer den ersten Weg eingeschlagen. Doch Sengupta ist überzeugt, dass die nächste Welle vom zweiten Weg ausgehen wird.
„Wenn Sie ein System haben, mit dem Sie neue Vermögenswerte ausgeben und sie zu äußerst niedrigen Kosten bewegen können“, sagte er, „können Sie Arbeit weltweit koordinieren.“
In der Praxis kann diese Arbeit viele Formen annehmen — die Bereitstellung von Bandbreite, die Kennzeichnung von Daten, die Reduzierung des Energieverbrauchs oder die Ausführung physischer Aufgaben im Zusammenhang mit dezentraler Infrastruktur.
„Jemand gründet ein Unternehmen, um etwas zu beschaffen, das der Markt benötigt, und 50.000 Menschen weltweit können dafür bezahlt werden, diese Arbeit zu leisten“, sagte Sengupta.
Das Konzept baut auf früheren Krypto-Experimenten auf, wie zum Beispiel dezentralisierte physische Infrastrukturnetzwerke (DePIN) — eine Kategorie von Projekten, die zum Großteil aus dem Solana-Ökosystem hervorgegangen ist — und Teilnehmer dafür belohnt, dass sie Ressourcen wie drahtlose Abdeckung oder Kartierungsdaten bereitstellen.
Doch Sengupta ist der Ansicht, dass die nächste Phase über die Hardware hinausgeht.
„Das System entwickelt sich von der bloßen Installation von Hardware hin zu einem aktiveren Engagement der Menschen – die Urteilsvermögen, Einsatz und Zeit einbringen“, sagte er.
Anstatt passiver Beiträge konzentrieren sich viele ILM-Systeme auf diskrete Aufgaben, die sofort überprüft und vergütet werden können. Ein Netzwerk könnte Benutzer für das Labeln von Daten, das Melden lokaler Informationen, das Identifizieren von Fehlern im Code oder das Abschließen von Aufgaben in der realen Welt belohnen.
Der Vorteil der Blockchain
Die Blockchain-Infrastruktur macht diese Systeme möglich, da Arbeit automatisch verifiziert und abgewickelt werden kann.
In traditionellen Beschäftigungssystemen erfordern Zahlungen häufig Rechnungen, Genehmigungen und Verzögerungen. ILMs ersetzen diesen Prozess durch deterministische Verifikation – sie bestätigen die Fertigstellung der Arbeit und zahlen die Beitragsleistenden sofort über Krypto-Schienen aus.
Ein Großteil dieser Arbeit könnte letztlich mit künstlicher Intelligenz zusammenlaufen.
Ein Beispiel, auf das Sengupta hinweist, ist Grass, ein Netzwerk, das es Nutzern ermöglicht, ungenutzte Internetbandbreite über auf ihren Geräten installierte Software zu teilen. Die Bandbreite kann anschließend für>Multicoin Capital Mitbegründer Kyle Samani tritt nach fast einem Jahrzehnt zurück, um sich anderen Technologiebereichen zu widmen