- Das aus inzwischen zwölf EU-Banken bestehende Konsortium Qivalis arbeitet mit Hochdruck an der Emission seines auf dem Euro basierenden Stablecoins, die in der zweiten Jahreshälfte erfolgen soll.
- Man führt schon jetzt Gespräche mit internationalen Kryptobörsen. Die beteiligten Banken werden den Euro-Stablecoin auch selbst vermarkten, um schnell eine große Reichweite zu erzielen.
Wie die in Madrid erscheinende Wirtschaftszeitung CincoDías – das spanische Äquivalent zum deutschen Handelsblatt – in ihrer Montagsausgabe berichtet, macht der Euro-Stablecoin des Qivalis-Konsortiums gute Fortschritte. Man ist bereits in Gesprächen über Vertriebsabkommen mit den weltweit bedeutenden Kryptobörsen.
Qivalis‑CEO Jan Sell, früher Deutschland‑Chef von Coinbase, beschreibt das Ziel als Aufbau einer EU-Alternative zu den Dollar‑Stablecoins, die heute den Markt bestimmen.
Qivalis sucht seine Partner unter Institutionen, die die MiCA-Vorgaben der EU erfüllen, über solide Liquidität verfügen und hohe Sicherheitsstandards einhalten.
Man will die komplette Euro-Stablecoin-Infrastruktur vom ersten offiziellen Vertriebstag an bereitstellen. Eine schrittweise Einführung oder Übergangsfristen bei verbundenen Dienstleistungen soll es nicht geben.
Der Euro-Stablecoin wird Echtzeit-Transaktionen ermöglichen, und er soll die Abhängigkeit von bestehenden, schwer modernisierbaren Infrastrukturen reduzieren.
Reserve und Risikostreuung
Der Stablecoin wird 1:1 durch den Euro gedeckt. Mindestens 40 Prozent liegen als Sichteinlagen bei Kreditinstituten mit hoher Bonität, während bis zu 60 Prozent in kurzfristigen Staatsanleihen mehrerer Eurozonen‑Länder gehalten werden.
Die Verwahrung erfolgt über eine diversifizierte Gruppe von Instituten, die einen 24/7‑Umtausch gewährleisten müssen. Qivalis-CEO Sell betont:
„Trotz der starken Bilanzen der Mitgliedsbanken hat die Risikostreuung oberste Priorität. Die Auswahl der Verwahrstellen erfolgt nach Bonität, Stabilität und operativer Zuverlässigkeit.“
Bedeutung für Europa
Zwar sind bis jetzt 99 Prozent aller Stablecoins an den Dollar gekoppelt, doch die EU-Banken sehen trotzdem einen internationalen Markt für den Euro-basierten Stablecoin, allein schon deshalb, weil er EU-Unternehmen unabhängig von US‑Infrastrukturen machen kann.
Die spanische Großbank BBVA, neues Mitglied des Qivalis-Konsortiums, gab ihr eigenes, bereits begonnenes Stablecoin‑Projekt zugunsten des gemeinsamen Projekts auf, um Fragmentierung zu vermeiden und dem jetzt vorangetriebenen Euro-Stablecoin mehr Gewicht zu geben.
Das Euro-Stablecoin-Projekt unterstützt damit die Bemühungen der Europäischen Union, ihre finanzielle Eigenständigkeit zu stärken.
Während die Europäische Zentralbank den Digitalen Euro vorantreibt – übrigens nicht als CBDC, wie fälschlicherweise oft behauptet wird – arbeitet die Privatwirtschaft außerdem an einem europaweiten Echtzeit‑Überweisungssystem, das nationale Systeme verbindet und eine Alternative zur Dominanz der US-Zahlungsdienste VISA und Mastercard schaffen soll.
crypto-news-flash.com