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Wird Ripple eine Bank kaufen? Das sagt CEO Garlinghouse

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  • Garlinghouse wich der Bankkauf-Frage aus und positionierte Ripple als bankenfreundlichen Brückenbauer.
  • Er verkaufte $RLUSD als „fast überreguliert“ und sagte, dass mehr US-Rechtsklarheit Banken in den Markt zieht.

Ripple-CEO Brad Garlinghouse trat am 18. Februar beim Economic Club of New York auf. Und es kam eine Frage, die er bisher noch beantworten musste: Will Ripple irgendwann selbst eine Bank kaufen oder bleibt es bei Partnerschaften?

Eine klare Antwort gab es nicht. Garlinghouse wich aus. Dafür nutzte er den Moment, um Ripples Linie gegenüber Banken, den $RLUSD-Ansatz und das Thema Regulierung in den USA zu diskutieren.

Wird Ripple eine Bank kaufen?

Der Moderator baute die Frage über Ripples institutionelle Positionierung auf: BNY Mellon als Verwahrer, dazu eine „bedingte“ OCC-Charter. Und dann ziemlich direkt: Kaufen, integrieren oder weiter partnern?

Garlinghouse machte sofort deutlich, dass er sich darauf nicht festnageln lässt. „Ich werde einen Teil Ihrer Frage umschiffen“, sagte er. Und dann noch klarer: „Und ich werde die Frage überspringen, ob wir jemals eine Bank kaufen werden.“

Das Ausweichen selbst war fast erwartbar. Interessanter war, wohin er stattdessen ging: Ripple will weiter als Brückenbauer auftreten, so, dass Banken und große Institutionen einsteigen können, ohne dass es für sie nach „Krypto-Abenteuer“ aussieht.

Er nannte die eigene Strategie „konträr“ und erinnerte daran, wie unpopulär das lange war:

„Ripple hat früh eine konträre und umstrittene Markteintrittsstrategie verfolgt – und genau das machte uns in der Kryptoszene unpopulär. Ganz am Anfang hat Ripple gesagt: Banken sind unsere Kunden. Wenn wir wollen, dass diese Technologien für die größtmögliche Zahl an Menschen den größten Effekt haben, dann sind Banken der Berührungspunkt, an dem Menschen ihre Beziehungen zu Finanzdienstleistungen tatsächlich leben.“

Garlinghouse stellte das dem „Anti-Bank“- und „Anti-Regierung“-Ethos der frühen Szene gegenüber. Ripple habe bewusst versucht, zwischen TradFi und DeFi zu vermitteln, mit dem Anspruch, am Ende „günstigere, bessere, robustere und schnellere“ Services möglich zu machen. Nicht gegen Banken. Mit ihnen.

Ripple USD: „überreguliert“ als Verkaufsargument

Beim Stablecoin wurde er konkreter. Ripple habe $RLUSD „vor 13 Monaten“ gestartet und liege inzwischen „etwa auf Platz fünf“ unter den größten Stablecoins. Das sei ein Erfolg, sagte er sinngemäß.

Der Kernpunkt für ihn ist aber weniger Ranking – mehr Vertrauen über Aufsicht. Trust-Lizenz bei der New York Department of Financial Services, plus eine OCC-Charter mit „bedingter Genehmigung“. Garlinghouse nannte das „sozusagen überreguliert“. Und meinte das ausdrücklich positiv, als Verkaufsargument für Institutionen:

„Wir glauben, dass uns das einzigartig positioniert – gewissermaßen als ‚fast schon überreguliert‘. Aber genau das wollen wir, weil wir mit Institutionen arbeiten. Wir wollen, dass sie uns als jemanden sehen, der über das Erforderliche hinausgeht und sicherstellt, dass dieses Maß an Aufsicht besteht, sodass keine Fragen offenbleiben – etwa: Ist der Stablecoin wirklich eins zu eins gedeckt? Gibt es regelmäßige Bestätigungen darüber, wie diese Deckungen aussehen?“

Regulierung und Adoption in den USA

Später ging es um Gesetzgebung und darum, was sie in der Praxis ändert. Garlinghouse sagte, Ripple habe bereits gesehen, wie Stablecoin-Regeln Banken mehr Sicherheit geben. Als Beispiel nannte er den Genius Act.

Beim Clarity Act argumentierte er ähnlich: Wenn sauberer definiert ist, was ein Krypto-Asset regulatorisch ist – Währung, Wertpapier, Rohstoff – dann sinkt die Eintrittshürde. Und große Banken bewegen sich eher. Nicht wegen Marketing. Wegen Rechtsklarheit.

Tokenisierung bewertete er grundsätzlich optimistisch, aber nicht euphorisch. Er warnte vor „Technologie auf der Suche nach einem Problem“ statt „Problem auf der Suche nach einer Technologie“. Als prominentes Beispiel nannte er Larry Fink und BlackRock, die „in großem Stil“ auf Tokenisierung setzten. Er teile die These, dass ein großer Teil von Assets tokenisiert werden könnte – aber nicht als One-Size-Fits-All. Eher Branche für Branche. Mit echter Industrie-Expertise.

Unterm Strich bleibt die Bankkauf-Frage offen: ziemlich offensichtlich absichtlich. Garlinghouse wollte keine Tür zuschlagen. Und keine aufstoßen. Stattdessen wiederholte er Ripples Linie: bankenfreundlich, Compliance-zuerst, Brücken zwischen TradFi und DeFi. Typisch Garlinghouse.

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