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Zehn Jahre IOTA: Waren sie ein Erfolg?

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  • 10 Jahre nach dem IOTA-Start lohnt sich der Blick auf ein Projekt, das mit großen Ambitionen angetreten war. Als die Entwickler 2015 das Tangle vorstellten, sah es so aus, als würde IOTA die Blockchain‑Welt auf den Kopf stellen.
  • Statt klassischer Blöcke und Miner gab es einen gerichteten, azyklischen Graph, der Transaktionen ohne Gebühren, mit hoher Skalierbarkeit und minimalem Energieverbrauch ermöglichen sollte.

Es war die Infrastruktur für das Internet der Dinge, die Millionen kleiner Geräte miteinander kommunizieren lässt, ohne dass Gebühren oder technische Engpässe im Weg stehen sollten.

In den folgenden Jahren hat IOTA tatsächlich bemerkenswerte technische Fortschritte erzielt. Mit Chrysalis wurde das Netzwerk 2021 grundlegend modernisiert. Shimmer dient heute als Innovationsplattform, und Smart‑Contract‑Funktionen wurden schrittweise integriert.

Es wurde viel erreicht

Gleichzeitig arbeitet das Team seit Jahren am sogenannten Coordicide, dem Übergang zu einem vollständig dezentralen Netz ohne zentralen Koordinator. Dieser Schritt gilt als entscheidend, um die ursprüngliche Vision real werden zu lassen.

Doch der Weg war steinig. Der Coordinator, der eigentlich nur eine Übergangslösung sein sollte, blieb viel länger bestehen als angekündigt und führte zu anhaltender Kritik an der fehlenden Dezentralisierung.

Sicherheitsprobleme, insbesondere der Wallet‑Vorfall 2020, erschütterten das Vertrauen vieler Kunden. Auch kritische Projekt-Meilensteine wurde mehrfach verschoben, so dass das Projekt seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde.

Währenddessen holten andere Netzwerke technologisch und ökonomisch auf – etwa Ethereum, Solana und Polkadot – oder zogen sogar vorbei.

Und es gibt noch viel zu tun

Trotzdem ist das Projekt im industriellen Umfeld relevant geblieben. IOTA-Kooperationen mit Unternehmen wie Bosch, Beteiligungen an EU‑Projekten und Pilotanwendungen in Smart‑City‑Kontexten zeigen, dass das Projekt weiterhin ernst genommen wird.

Allerdings bleibt offen, wie viele dieser Initiativen über das Pilotstadium hinausgehen und wie viel tatsächlicher Nutzen im Alltag entsteht. Der große Durchbruch im Massenmarkt ist bislang ausgeblieben.

Auch die Marktentwicklung zeigt das. Der IOTA‑Token gehörte einmal zu den wertvollsten Kryptowährungen, verlor jedoch im Lauf der Jahre deutlich an Boden. Die IOTA-Community ist weiterhin aktiv und loyal, doch der Markt bewertet das Risiko als hoch, und die Konkurrenz ist stark.

Ob IOTA nach zehn Jahren ein Erfolg zu nennen ist, hängt von der Perspektive ab. Betrachtet man die technische Innovationskraft, die Ausdauer des Projekts und die Fähigkeit, trotz Rückschlägen innovativ zu bleiben, lässt sich durchaus von einem Erfolg sprechen.

Wer jedoch die ursprünglichen Versprechen, die Verzögerungen, die fehlende flächendeckende Einführung und die noch immer nicht vollständig erreichte Dezentralisierung in den Vordergrund stellt, wird den Erfolg kritisch relativieren.

Der Erfolg überwiegt und der Tangle macht weiter

Tatsache ist: IOTA ist weder ein vollständig gescheitertes Projekt noch ein vollständig erfolgreiches Projekt. Es bleibt eins der vielversprechendesten konkreten Experimente der Kryptobranche, ein Projekt, dessen endgültige Bewertung erst möglich sein wird, wenn Coordicide entweder gelungen oder gescheitert ist.

IOTA bleibt ein Symbol für ambitionierte Innovation, aber auch für die Herausforderungen, die entstehen, wenn Vision und Realität nicht nah genug beieinander liegen. Wie es aussieht, nähern sich beide einander an.

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