$KAITO feiert sein gestriges Börsendebüt mit einem Tagesplus von gut 30 Prozent. Begleitet wurde der Launch von einem großen Airdrop. $KAITO spürt mittels Künstlicher Intelligenz Krypto-Trends auf und will dies monetarisieren.
Mit $KAITO ist gestern ein Altcoin an den Start gegangen, der die Kryptoszene schon im Vorfeld hitzig diskutieren ließ. Das eine Lager lobt das Konzept von $KAITO, durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) Informationen zu Bitcoin und Co. in Echtzeit online zu sammeln und zu gewichten. Dabei spielt X (früher Twitter) als Quelle eine zentrale Rolle. Kritiker wie Hasu bemängeln, $KAITO dränge Influencer dazu, ihre Posts auf Algorithmen hin zu perfektionieren und verschlechtere dadurch die Diskussionsqualität.
Gemessen an dem Börsendebüt trauen Anleger $KAITO Zukunftspotential zu. Datendienste wie CoinGecko haben für $KAITO am ersten Handelstag ein Preisplus von gut 30 Prozent festgehalten. Das ist deshalb beachtlich, weil parallel ein groß angelegter Airdrop 10 Prozent aller $KAITO gratis an die Community-Mitglieder ausschüttete, die sich schon in den letzten Monaten an dem Projekt aktiv beteiligten. Insgesamt sind nun 24 Prozent aller $KAITO im Umlauf, bedacht wurde auch Stiftung, Team und frühe Investoren. Oft führen solch massiven Airdrops beim Handelsstart zu Gewinnmitnahmen und damit auch zu Kursverlusten. Das ist $KAITO offenbar nicht passiert.
Jetzt muss sich beweisen, ob die Idee hinter dem Projekt auch über längere Zeit aufgeht. $KAITO spricht in seiner Selbstdarstellung von einer „Wirtschaft der Aufmerksamkeit“ („Attention Economy“) und „Info Finance“ (InfoFi) als strategischen Zielen. Im Gegensatz zu sipmplen Momentaufnahmen sammle $KAITO Fakten, Analysen und Trends auch über längere Zeiträume und liefere damit wertvolle Informationen für Anleger. Hier beispielsweise zeigt eine Tabelle von $KAITO, welche X-Nutzer nach Ansicht der KI für die Kryptobranche die einflussreichsten sind und wie sie miteinander interagieren. „Yapper“ nennt $KAITO solche Personen oder Institutionen und will sie auch mit dem eigenen Token für guten Content belohnen. Bezahlen sollen wiederum Krypto-Projekte und andere Marktteilnehmer, die maßgeschneiderte Reports anfordern.
Fazit: $KAITO denkt KI neu – aber ist die Perspektive nachhaltig?
In gewisser Art und Weise erinnert $KAITO an friend.tech, dass 2023 Profile auf X (Twitter) monetarisierte. Künstliche Intelligenz war damals aber noch nicht mit im Spiel und friend.tech gab nach dem anfänglichen Hype ein Jahr später schon wieder auf. Ob es $KAITO besser ergehen wird? Bislang lässt sich die Qualität der Informationen, welche die KI für $KAITO zusammenstellt, nicht seriös bewerten. Aber es lässt sich das Risiko erkennen, dass die $KAITO Community nach dem Airdrop ihre Aktivitäten zurückschraubt und in sich gefangen bleibt. Denn wer will schon Geld dafür bezahlen, wenn leistungsfähige KI-Modelle wie aktuell Grok 3 kostenlos zur Verfügung stehen und clever befragt hochwertige Infos auch zu Krypto-Fragen liefern. Es ist zweifelsohne ein interessanter Ansatz, den $KAITO für InfoFi verfolgt – aber auf der anderen Seite erfüllt KI nach wie vor nicht immer hochgesteckte Ansprüche und dahinter stehenden Unternehmen tun sich schwer damit, die enormen Entwicklungs- und Technikkosten durch Einnahmen wieder einzuspielen.
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