- Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird die Entwicklung des digitalen Euro zwei Jahre in Anspruch nehmen.
- Die Skepsis unter den Mitgliedern des EU-Parlaments ist hoch; es gibt Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.
Die Europäische Zentralbank ist auf dem Weg zur Einführung des digitalen Euro, aber es ist jetzt klar, dass der Weg dorthin langwierig ist. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte während einer Sitzung des Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europäischen Parlaments, dass der digitale Euro noch mindestens zwei Jahre von seiner Verwirklichung entfernt ist.
Mit dieser Aussage reagierte sie auf die zunehmenden Bedenken hinsichtlich der digitalen Zentralbankwährung der EU, insbesondere in Bezug auf den Datenschutz.
Der Zeitplan
Die EZB wird in den kommenden Wochen wichtige Entscheidungen über die Zukunft des digitalen Euro treffen. Etliche Mitglieder des Europäischen Parlaments stehen dem Projekt jedoch nach wie vor skeptisch gegenüber. Präsidentin Lagarde stellte klar, dass die endgültige Entscheidung über das Schicksal des digitalen Euro nicht vor Ende Oktober fallen wird. Doch dann ist der Weg noch lange nicht zu Ende. Lagarde:
„Das Pilotprojekt wird wahrscheinlich noch mindestens zwei Jahre dauern, bevor wir das letzte Wort haben.“
Die Datenschutzbedenken
Bei den Diskussionen über den digitalen Euro standen Datenschutzbedenken im Vordergrund. Viele befürchten, dass ein digitaler Euro die Privatsphäre verletzen und zu einem Überwachungsinstrument werden könnte. Um diese Befürchtungen zu zerstreuen, betonte Lagarde, dass der digitale Euro den Schutz der Privatsphäre gewährleisten müsse, ohne jedoch vollständige Anonymität zu garantieren. Darüber hinaus betonte sie, dass die Währung benutzerfreundlich, kostenlos und universell zugänglich sein sollte. Sie versuchte, Ängste zu zerstreuen, indem sie erklärte:
„Wenn wir all die Verschwörungstheorien ausräumen können, die es zu diesem Thema gibt – als ob Big Brother plötzlich bestimmen würde, was man kauft, wann man es kauft und wie eingeschränkt es sein sollte – dann denke ich, dass es als Erfolg bezeichnet werden kann.“
Die Gesetze zum Datenschutz
EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta hat sich dafür ausgesprochen, dass die Gesetzgeber und die Regierungen der Mitgliedstaaten vor der Ausgabe des digitalen Euro Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre ergreifen müssen. Die Herausforderung besteht darin, das richtige Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Sicherheit zu finden. Die deutsche Abgeordnete der Mitte, Nicola Beer, befragte Lagarde zu diesem empfindlichen Gleichgewicht.
Darüber hinaus erkundigte sie sich nach der Berücksichtigung von Datenschutzbedenken bei der Umsetzung von Transaktions- und Besitzbeschränkungen und Identifizierungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Geldwäsche zu bekämpfen und zu verhindern, dass große CBDC-Bestände das Geschäftsbankensystem destabilisieren. Beer erkundigte sich, ob solche Schutzmaßnahmen die Akzeptanz des digitalen Euro beeinträchtigen könnten.
Die Gesetze zum digitalen Euro
Der deutsche Stefan Berger, ein Architekt des EU-Krypto-Lizenzierungsgesetzes MiCA, kündigte letzten Monat an, dass er den gesetzgeberischen Weg des digitalen Euro durch das Europäische Parlament leiten werde. Diese Entscheidung deutet darauf hin, dass das Europäische Parlament daran interessiert ist, den digitalen Euro in den bestehenden regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen zu integrieren. Der digitale Euro wird jedoch wahrscheinlich eine eigene Reihe von Vorschriften zum Datenschutz und zur Sicherheit haben.
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