Croissant mit Wechselkurs
Ter Weel, der in der DNB für Geldpolitik zuständig ist, beschrieb dazu einen Einkauf in der Bäckerei. Das Terminal bietet drei Sorten Euro an, deren Kurse voneinander abweichen, eine davon nur mit zusätzlicher Versicherung gegen den Ausfall des Herausgebers. Eine solche Zersplitterung sei zwar unwahrscheinlich, aber ein einheitliches Geldsystem keine Selbstverständlichkeit, sagte er in seiner Rede. In der Niederländischen Republik waren im 17. und 18. Jahrhundert Hunderte verschiedene Gold- und Silbermünzen im Umlauf.
Privates Geld könne Innovationen vorantreiben, seine Einheit aber nicht allein sichern. In ruhigen Zeiten würden Forderungen gegen verschiedene Banken alle als ein Euro gehandelt, unter Stress unterschieden die Menschen jedoch zwischen den Herausgebern. „Zentralbankgeld ist das Fundament unseres Geldsystems und sollte es auch bleiben“, sagte ter Weel. Es diene als sicherste Form von Geld, in die sich andere Formen eintauschen lassen, und als Mittel, mit dem Banken untereinander abrechnen.
Pontes als Brücke zur Blockchain
Dass tokenisierte Finanzwerte bislang kaum Verbreitung finden, liegt laut ter Weel auch am fehlenden Vertrauen in Stablecoins und tokenisierte Einlagen als Zahlungsmittel für die Abwicklung. Die Notenbanken des Eurosystems arbeiten deshalb daran, solche Geschäfte in Zentralbankgeld abzuwickeln. Die Übergangslösung Pontes sei mit 18 Teilnehmern gestartet, darunter 14 Marktteilnehmer und 4 Betreiber von Blockchain-Plattformen. Über Pontes wickelt etwa der Euro-Rettungsschirm ESM eine digitale Anleihe ab, bezahlt direkt in Zentralbankgeld.
news.bitcoin.com