Der Schritt folgt kurz nach der breiteren Einführung der digitalen Währung. Seit dem 1. September müssen die größten russischen Banken ihren Kunden Zugang zur Infrastruktur für digitale Rubel gewähren. Auch große Handelsunternehmen müssen die Währung unter bestimmten Voraussetzungen akzeptieren. Für Bürger bleibt die Nutzung freiwillig.
Russland hatte bereits zuvor staatliche Zahlungen in digitalen Rubeln erprobt. Im Jahr 2025 setzten das Finanzministerium und die russische Staatskasse den digitalen Rubel unter anderem für Gehälter, Stipendien und Zahlungen im Rahmen öffentlicher Aufträge ein. Das Volumen des Tests betrug knapp 16 Millionen Rubel.
Die damals getestete Infrastruktur wird nun in größerem Umfang eingesetzt.
Was ist der digitale Rubel?
Der digitale Rubel ist eine digitale Variante der russischen Landeswährung und wird von der russischen Zentralbank ausgegeben. Es handelt sich um digitales Zentralbankgeld, auch CBDC genannt.
Damit unterscheidet sich die Währung grundlegend von Bitcoin (BTC) und anderen Kryptowährungen. Der digitale Rubel wird unmittelbar von der russischen Zentralbank gedeckt. Ein digitaler Rubel hat denselben Wert wie ein herkömmlicher Rubel.
Die digitale Währung ersetzt Bargeld und Bankguthaben vorerst nicht, sondern ergänzt sie. Nutzer halten ihre digitalen Rubel auf der Plattform der Zentralbank und erhalten über angeschlossene Banken Zugang dazu.
Die Einführung erfolgt schrittweise. Seit September wird der Zugang zum System ausgeweitet. In den kommenden Jahren werden weitere Banken und Unternehmen angeschlossen.
EU schränkt Nutzung des digitalen Rubels ein
Die weitere Einführung erfolgt vor dem Hintergrund internationaler Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges gegen die Ukraine.
Die Europäische Union hat Maßnahmen ergriffen, die auch den digitalen Rubel betreffen. So gelten Beschränkungen für die europäische Beteiligung an der Entwicklung der Währung sowie für verschiedene russische Finanz- und Kryptodienstleistungen.
Russland setzt die Einführung im Inland unterdessen fort. Staatliche Stellen auf föderaler Ebene können den digitalen Rubel inzwischen in größerem Umfang für Zahlungen und bestimmte staatliche Dienstleistungen nutzen.
Dass nun auch Gehälter von Staatsbediensteten in digitalen Rubeln ausgezahlt werden, bringt die Währung der alltäglichen Nutzung näher. Für Beschäftigte bleibt die Teilnahme freiwillig. Sie müssen selbst ein Konto für digitale Rubel eröffnen, bevor ihr Gehalt darauf überwiesen werden kann.