Die 21Shares AG hat ein physisch besichertes ETP auf Zcash ($ZEC) an der Euronext kotiert. Damit können Anleger in Europa den Privacy-Coin erstmals über ein normales Wertschriftendepot kaufen. Gleichzeitig kommt ein zweites Produkt auf den DeFi-Token $ETHFI.
Europäische Anlegerinnen und Anleger haben erstmals regulierten Zugang zu Zcash ($ZEC). Die 21Shares AG, einer der bekanntesten Krypto-ETP-Emittenten der Schweiz, hat am 22. September zwei neue physisch besicherte Exchange Traded Products an der Euronext Paris und der Euronext Amsterdam kotiert. Das eine bildet Zcash ab, das andere $ETHFI, den Governance-Token des DeFi-Protokolls ether.fi.
Die Eckdaten zum Zcash-ETP
Das 21shares Zcash ETP wird unter dem Ticker ZCASH gehandelt. In Paris notiert es in Euro (ZCASH FP), in Amsterdam in US-Dollar (ZCASH NA). Schweizer Anleger finden das Produkt unter der Valorennummer 160821880, deutsche unter der WKN A4AXHY. Die ISIN lautet CH1608218801. Eine Kotierung an der SIX Swiss Exchange ist zum Start nicht vorgesehen.
Das Produkt wurde am 21. September aufgelegt. Zum Start betrug der Nettoinventarwert (NAV) 20 Dollar pro Anteil. Jeder Anteil entspricht rund 0,0132 $ZEC, bei einem Referenzpreis von 1’520.83 Dollar pro Coin. Das verwaltete Vermögen lag am ersten Tag bei rund 100’000 Dollar. Das ist das Startkapital, eigentliche Zuflüsse gab es noch nicht.
Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 2,5 Prozent. Das ist deutlich mehr als bei den meisten Bitcoin- und Ethereum-ETPs in Europa. Die zugrunde liegenden $ZEC werden von institutionellen Verwahrstellen gehalten, darunter BitGo, Coinbase Custody, Anchorage Digital und Zodia Custody. Als Market Maker und Authorized Participants treten Flow Traders und Virtu Financial auf. Ein Verleih der Coins (Lending) ist ausgeschlossen.
Das parallel lancierte 21shares ether.fi ETP (Ticker $ETHFI, ISIN CH1608218819) ist an denselben Börsenplätzen und zu derselben Gebühr erhältlich. Ether.fi hat mit Liquid Restaking begonnen. Heute bietet das Protokoll auch Kredite, Zahlungen und eine Krypto-Debitkarte an.
Bitcoins Geldpolitik, dazu optionale Privatsphäre
Zcash entstand aus dem Quellcode von Bitcoin und übernimmt dessen monetäre Grundlagen: maximal 21 Millionen Coins, Proof-of-Work und regelmässige Halvings. Der Unterschied liegt in der optionalen Privatsphäre. Über sogenannte «shielded» Transaktionen lassen sich Absender, Empfänger und Betrag verbergen. Die Privatsphäre ist dabei selektiv. Nutzer können Transaktionsdaten bei Bedarf gegenüber Revisoren oder Behörden offenlegen.
«Solides Geld und Privatsphäre findet man selten im selben Asset», schreibt 21Shares. Der Emittent sieht Finanzprivatsphäre als aufkommendes Anlagethema. Mit zunehmender KI-gestützter Überwachung und schwindender Privatsphäre im digitalen Zahlungsverkehr könnten Assets mit echter Privacy-Option strukturelle Nachfrage anziehen. Als Beleg nennt 21Shares den wachsenden Anteil des $ZEC-Angebots, der im privaten Transaktionslayer liegt.
Ein weiteres Argument ist die Quantensicherheit. Ein kürzliches Protokoll-Upgrade hat erste Schutzmechanismen gegen künftige Angriffe durch Quantencomputer eingeführt. 21Shares ordnet das zurückhaltend ein: Der Schutz entwickle sich noch weiter und sei eher als zusätzliches Potenzial zu sehen, nicht als kurzfristiger Werttreiber.
Jasmin Mühlhaupt ist Director of Financial Product Development bei 21Shares. Sie fasst die Idee hinter den Produkten so zusammen: «Indem wir beide Assets als ETPs an traditionelle Börsen bringen, wird es so einfach, sie einem Portfolio hinzuzufügen, wie der Kauf einer gewöhnlichen Aktie oder eines Fonds.»
Rückenwind aus den USA und vom Markt
Europa zieht damit mit den USA gleich. Dort wird der Grayscale Zcash ETF bereits unter dem Ticker ZCSH an der NYSE Arca gehandelt. Auch der Kurs hat zur Aufmerksamkeit beigetragen. $ZEC notierte zuletzt über 1’500 Dollar, ein Plus von fast 1’100 Prozent innerhalb von zwölf Monaten. Zach Pandl, Research-Chef bei Grayscale, spricht von möglichen «Second-Mover-Vorteilen». Diese könnten Zcash helfen, sich neben Bitcoin zu behaupten, was früheren Alternativen wie Litecoin nicht gelungen ist.
Auch im Mining nimmt die Aktivität zu. Fortitude Mining gibt an, im ersten Halbjahr 2026 rund 28 Prozent aller neu geschürften $ZEC produziert zu haben.
Einordnung
Ein Privacy-Coin als börsengehandeltes Produkt eines Schweizer Emittenten ist ein bemerkenswerter Schritt. Er zeigt, dass die institutionelle Akzeptanz über Bitcoin und Ether hinaus wächst. 21Shares nennt die Risiken aber selbst deutlich. Zcash ist kleiner und weniger liquide als Bitcoin und stark volatil. In mehreren Ländern gehen Regulatoren zudem verstärkt gegen Privacy-Assets vor. Künftige Einschränkungen könnten die Verfügbarkeit des Produkts beeinträchtigen. Dazu kommen die hohe Gebühr von 2,5 Prozent und das bislang sehr kleine Fondsvermögen. Wer investieren will, sollte beides im Blick behalten.
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