Die Tokenisierungsplattform Midas aus Berlin hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 50 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Runde führten RRE und Creandum an, während sich Framework Ventures, HV Capital, Ledger Cathay, North Island Ventures, Coinbase Ventures, Franklin Templeton, GSR, Anchorage Digital sowie mehr als ein Dutzend weitere Investoren beteiligten.
Parallel zur Finanzierung bringt das Unternehmen Midas Staked Liquidity auf den Markt – eine Lösung, die sofortige Rücknahmen für tokenisierte Vermögenswerte über dezentrale und zentralisierte Finanzplattformen hinweg ermöglicht. Das in Berlin ansässige Unternehmen verfügt damit über ein Gesamtkapital von rund 58,75 Millionen US-Dollar, nachdem es 2024 bereits eine Seed-Finanzierung über 8,75 Millionen Dollar eingeworben hatte.
Liquiditätslösung beseitigt Wartezeiten bei Rücknahmen
Midas Staked Liquidity adressiert ein strukturelles Problem tokenisierter Anlageprodukte: die zeitverzögerte Abwicklung bei Rückgaben. Die neue Infrastruktur startet mit einer Anfangskapazität von bis zu 40 Millionen US-Dollar und wickelt Rücknahmen ohne Kontrahentenrisiko oder Abwicklungsrisiko ab. Die Architektur erlaubt es Liquiditätsanbietern, um die Ausführung zu konkurrieren, was nach Unternehmensangaben die Kapitalkosten strukturell senkt. Das System transformiert verschiedene Instrumente – darunter Vaults, Fonds, ETFs und Aktien – in tokenisierte Assets mit integrierter Sofortliquidität. Investoren können ihre Positionen jederzeit liquidieren, ohne auf Rendite oder die Vorteile der DeFi-Kompatibilität verzichten zu müssen.
Seit 2024 hat Midas über 15 Investmentprodukte aufgelegt und tokenisierte Vermögenswerte im Gesamtwert von mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Die Plattform verwaltet derzeit ein Gesamtvermögen von 500 Millionen Dollar und hat Erträge in Höhe von über 37 Millionen Dollar an mehr als 20.000 mToken-Inhaber ausgeschüttet. Das Unternehmen generiert Einnahmen über Gebühren auf die erwirtschafteten Erträge. Die sogenannten mTokens sind bereits in Protokolle wie Morpho, Curve und Pendle integriert, wo sie als native Bausteine fungieren.
Infrastruktur für transparente Vermögensverwaltung
Neben der Liquiditätslösung führt Midas die Midas Attestation Engine ein. Diese Engine veröffentlicht kryptografisch verifizierbare Nachweise für Reserven, Nettoinventarwerte und Preisaktualisierungen direkt onchain. Die Technologie erlaubt es Investoren, Protokollen und Integrationspartnern, den Status der zugrunde liegenden Allokationen jederzeit eigenständig zu überprüfen. Das Unternehmen plant zudem die Integration in Ledger Wallet sowie den Launch neuer Anlagestrategien, darunter Rückversicherungsprodukte über MembersCap und Forderungen aus Vermögenswerten durch Fasanara.
CEO und Mitgründer Dennis Dinkelmeyer erläutert die Vision des Unternehmens: „Wir waren schon immer davon überzeugt, dass institutionelles Investieren und das Kombinieren von DeFi-Produkten zusammengehören. Mit einem Emissionsvolumen von 1,7 Milliarden US-Dollar haben wir die klare Nachfrage nach diesem Modell bewiesen. Wir arbeiten auf eine Zukunft hin, in der Investitionen wie das Internet funktionieren: offen, transparent, kombinierbar und standardmäßig zugänglich“
Die Investoren sehen in Midas eine Schlüsselinfrastruktur für tokenisierte Kapitalmärkte. Vic Singh, General Partner bei RRE Ventures, betont: „Die Tokenisierung wird die globalen Kapitalmärkte grundlegend verändern, wenn die traditionelle Finanzwelt auf die Blockchain umsteigt“ Simon Schmincke, Partner bei Creandum, hebt hervor: „Die Chance, Anlageprodukte auf institutionellem Niveau in die Blockchain zu integrieren, ist enorm, und Midas verfügt über die regulatorischen Rahmenbedingungen, die technische Architektur und das Vertriebsnetz, um dies optimal umzusetzen“ Das Unternehmen plant, sein Produktportfolio auf weitere institutionelle Anlageklassen auszuweiten und bestehende Partnerschaften im DeFi-Ökosystem zu vertiefen.