Morgan Stanley plant, seinen vorgeschlagenen Spot-Bitcoin--Exchange-Traded Fund (ETF) mit 14 Basispunkten zu bepreisen, einem Niveau, das knapp unter den derzeit kostengünstigen Optionen für ähnliche Produkte liegt, wie aus einer geänderten Einreichung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hervorgeht. Dieser Schritt könnte eine neue Runde des Gebührenwettbewerbs unter den bestehenden Fonds auslösen.
Die neuesten S-1-Anmeldung, eingereicht am Freitag, zeigt, dass die Bank ihre Konkurrenten unterbietet, die näher bei 15 bis 25 Basispunkten liegen. Die niedrigste Gebühr auf dem Markt heute ist der Bitcoin Mini Trust ETF von Grayscale, der eine Kostenquote von 0,15 % aufweist. Größere Fonds, darunter der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock, haben ihre Produkte mit 25 Basispunkten bepreist.
Auf dem Papier erscheint die Lücke gering. In der Praxis kann sie jedoch ausreichen, um Geld zu bewegen.
Spot-Bitcoin-ETFs bieten nahezu identische Exponierung. Jeder Fonds hält Bitcoin und zielt darauf ab, dessen Preis abzubilden. Somit bleibt die Kostenstruktur eine der wenigen Variablen, auf die Investoren und Berater Einfluss nehmen können. Ein Finanzberater kann einen Kunden mit nur einem einzigen Handel von einem ETF zum anderen wechseln lassen, dabei die gleiche Exponierung beibehalten und gleichzeitig die jährlichen Gebühren senken.
Diese Dynamik hat den ETF-Markt bereits zuvor geprägt, wobei kostengünstigere Produkte tendenziell Mittelzuflüsse anziehen, während Fonds mit höheren Gebühren im Laufe der Zeit Vermögenswerte verlieren können. Das Flaggschiffprodukt von Grayscale, sein Bitcoin Trust (GBTC), hält etwa 10 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten, nach 29 Milliarden US-Dollar zum Start im Januar 2024.
Die Größe von Morgan Stanley fügt eine weitere Ebene hinzu. Die Vermögensverwaltungsabteilung betreut Kundengelder in Billionenhöhe und verfügt über eines der größten Beraternnetzwerke der Branche. Selbst kleine Allokationsänderungen innerhalb dieser Basis könnten Milliarden von Dollar zwischen Fonds bewegen.
Die Preisentscheidung weist auch auf die Strategie hin. Durch die Einführung mit einer niedrigeren Gebühr könnte Morgan Stanley darauf abzielen, schnell Marktanteile in einem Markt zu gewinnen, in dem Produkte schwer zu unterscheiden sind. Kosten und Zugang, nicht die Struktur, entscheiden häufig darüber, welche Fonds wachsen.
Die Einreichung erfolgt nach der Bestätigung der New York Stock Exchange, dass eine Notierungsankündigung für MSBT herausgegeben wurde, was darauf hindeutet, dass das Produkt bei Genehmigung schnell mit dem Handel beginnen könnte.
Wenn die Aufsichtsbehörden zustimmen, wäre der Fonds der erste Spot-Bitcoin-ETF, der direkt von einer großen US-Bank ausgegeben wird, und läutet eine neue Phase des Wettbewerbs ein, in der Gebühren und Vertrieb das Ergebnis bestimmen.