Die Europäische Zentralbank am Mittwoch vorgestellt der Zeitplan für die Initiative der Eurozone zur Gestaltung der Entwicklung eines tokenisierten Großhandelsfinanzökosystems rund um die Einheitswährung und zur Sicherstellung der fortgesetzten Relevanz des Euro als internationale Währung.
Die Strategie umfasst Pontes, eine Distributed-Ledger-Technologie- (DLT-) Ebene für Transaktionen, die im dritten Quartal debütieren soll, sowie Appia, welche sich darauf „konzentrieren wird, mit dem Markt zusammenzuarbeiten, um ein vollständig innovatives und integriertes Finanzmarktsystem zu entwickeln, das Tokenisierung und DLT integriert“, erklärte die Bank in einem Beitrag auf seiner Website.
Appia ist das Herzstück der Strategie und soll bis 2028 laufen, wenn das Eurosystem — die Währungsbehörde bestehend aus der EZB und den Zentralbanken der Euroländer — plant, einen Fahrplan zu veröffentlichen, der seine Vision für ein tokenisiertes Finanzökosystem darlegt. Ziel ist es, die langfristige Architektur eines tokenisierten Finanzsystems zu erforschen, einschließlich Infrastruktur, Governance und Standards.
„Die Initiative zielt darauf ab, ein stärker integriertes, wettbewerbsfähiges und innovatives europäisches Zahlungs- und Wertpapierumfeld zu fördern, die strategische Autonomie und Resilienz Europas zu stärken und die fortwährende Relevanz des Euro als internationale Währung sicherzustellen“, hieß es in der Erklärung.
Europäische politische Entscheidungsträger haben die Finanzinfrastruktur zunehmend als geopolitisches Thema dargestellt und warnen davor, dass die Abhängigkeit von nicht-europäischen Zahlungssystemen und dollarzentrierten Finanzsystemen den Block externen Druck aussetzen kann. Ein Analyse für das Europäische Parlament Im letzten Jahr wurde festgestellt, dass die Abhängigkeit Europas von ausländischen Zahlungsnetzwerken eine „strukturelle Verwundbarkeit“ für seine finanzielle Souveränität darstellt und zu einer Quelle geopolitischer Einflussnahme werden könnte.
Das Projekt ist auch Teil der umfassenderen Bestrebungen des Eurosystems, die Finanzinfrastruktur an den Aufstieg der Distributed-Ledger-Technologie bzw. Blockchains anzupassen, welche es ermöglicht, Finanzwerte wie Anleihen, Fonds und Wertpapiere als digitale Token auf gemeinsamen Netzwerken darzustellen.
„Appia besteht darin, eine Brücke vom heutigen Finanzsystem zu den tokenisierten Märkten von morgen zu bauen, fest verankert im Zentralbankgeld“, sagte das Mitglied des Direktoriums der EZB, Piero Cipollone, in einer Erklärung.