Der Ökonom Dawie Roodt hat davor gewarnt, dass digitale Währungen der Zentralbanken aufgrund ihrer „programmierbaren” Natur zu Instrumenten autoritärer Kontrolle werden könnten.
Das autoritäre Risiko
Der südafrikanische Ökonom Dawie Roodt warnte, dass digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) zu Instrumenten autoritärer Kontrolle werden könnten, wenn Regierungen ihre programmierbaren Funktionen ausnutzen. Auf einer kürzlich abgehaltenen Konferenz erklärte Roodt, dass CBDCs es Behörden ermöglichen, direkt darauf Einfluss zu nehmen, wie Bürger ihr Geld verwenden. Er warnte, dass Regierungen theoretisch Käufe einschränken, Gelder beschlagnahmen oder das Ausgabeverhalten manipulieren könnten.
„Sie könnten den Wert des Wallets auf Ihrem Mobiltelefon verringern oder erhöhen“, sagte Roodt und fügte hinzu, dass CBDCs jede Transaktion für die ausstellende Behörde sichtbar machen würden. Obwohl er einräumte, dass in realen CBDCs wahrscheinlich Sicherheitsvorkehrungen eingebaut würden, betonte Roodt, dass das Missbrauchspotenzial nach wie vor erheblich sei.
Der Ökonom stellte CBDCs privaten Stablecoins gegenüber, die er als „natürliches Gegenmittel“ zu staatlich kontrolliertem digitalen Geld bezeichnete. Stablecoins sind an Fiat-Währungen oder Vermögenswerte gebunden und sollen einen stabilen Wert gewährleisten und die Volatilität von Kryptowährungen wie Bitcoin vermeiden.
Roodt prognostizierte eine beschleunigte Einführung dieser Coins und verwies dabei auf den im Juli 2025 in den USA verabschiedeten GENIUS Act, der von den Emittenten verlangt, 100 % ihrer Reserven in hochwertigen liquiden Vermögenswerten zu halten. In Südafrika sind bereits randgebundene Projekte wie ZARP und ZARU in Betrieb, wobei ZARU auf die institutionelle Nutzung beschränkt ist.
Er schlug vor, dass Gemeinden ihre eigenen Stablecoins ausgeben könnten, die durch Vermögenswerte wie Gold gedeckt sind, auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind und niedrige Transaktionskosten bieten. Die South African Reserve Bank untersucht seit 2021 CBDCs, beginnend mit einer Machbarkeitsstudie für den Einzelhandel und später erweitert um Großhandelsanwendungen durch das Projekt Khokha 2x. Frühere Versuche testeten Blockchain-basierte Interbank-Abrechnungen und die Tokenisierung von Bankschuldverschreibungen.
Trotz dieser Bemühungen warnte Roodt, dass kleinere Währungen wie der Rand Gefahr laufen, durch an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins mit niedrigeren Transaktionskosten verdrängt zu werden. Roodts Äußerungen unterstreichen die weltweit zunehmende Debatte darüber, ob CBDCs eine Innovation oder eine potenzielle Bedrohung für die finanzielle Freiheit darstellen. Während Regierungen mit digitalem Geld experimentieren, besteht die Herausforderung darin, Effizienz und Transparenz mit individueller Freiheit in Einklang zu bringen.
FAQ ❓
- Was sind CBDCs und warum sind sie bedenklich? CBDCs können es Regierungen ermöglichen, die Ausgaben ihrer Bürger zu kontrollieren, was Befürchtungen hinsichtlich eines autoritären Missbrauchs weckt.
- Wie können CBDCs von Regierungen missbraucht werden? Behörden könnten Käufe einschränken, Gelder beschlagnahmen oder Wallet-Werte anpassen, was zu einer potenziellen Verletzung der Privatsphäre und Freiheit führen könnte.
- Was unterscheidet CBDCs von Stablecoins? Stablecoins, die an Vermögenswerte wie Fiat-Währungen gebunden sind, bieten eine Alternative zu staatlich kontrolliertem Geld und gelten als Schutz vor Missbrauch.
- Wie steht die South African Reserve Bank zu CBDCs? Die South African Reserve Bank untersucht CBDCs im Rahmen von Forschungsarbeiten und Projekten, sieht sich jedoch mit Bedenken hinsichtlich der Konkurrenz durch an den Dollar gebundene Stablecoins konfrontiert.