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NYSE-Betreiber ICE steigt bei Krypto-Börse OKX ein, Bewertung bei 25 Mrd. Dollar

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Die Intercontinental Exchange hat sich an der Krypto-Handelsplattform OKX beteiligt und bewertet das Unternehmen dabei mit 25 Milliarden Dollar. Der Betreiber der New York Stock Exchange erhält im Rahmen der Transaktion einen Sitz im Verwaltungsrat der Krypto-Börse. Die genaue Investitionssumme geben beide Parteien nicht bekannt. OKX liegt mit dieser Bewertung deutlich über den kürzlich börsennotierten Wettbewerbern Bullish und Gemini. Der hauseigene OKB-Token reagierte unmittelbar auf die Ankündigung und verzeichnete einen Kursanstieg von rund 50 Prozent.

Die Partnerschaft umfasst mehrere operative Komponenten. ICE lizenziert künftig Echtzeit-Preisdaten für sämtliche auf OKX gelisteten Kryptowährungen und plant auf dieser Basis die Einführung regulierter Futures-Kontrakte in den USA, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Im Gegenzug erhalten die etwa 120 Millionen Nutzer von OKX Zugang zu den US-Terminmärkten von ICE sowie zu tokenisierten Aktien der New York Stock Exchange. Die integrierten Produkte sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar werden.

Tokenisierung als strategischer Kern

Die Kooperation konzentriert sich auf die Entwicklung einer Infrastruktur für blockchain-basierte Wertpapiere. ICE hatte bereits im Januar 2026 angekündigt, eine eigene Plattform für den Handel und die On-Chain-Abwicklung tokenisierter Wertpapiere aufzubauen. Durch die Beteiligung an OKX erschließt sich der Börsenbetreiber die erforderliche Reichweite im Krypto-Segment. Der ICE-Vorstandsvorsitzende Jeffrey C. Sprecher betont, dass die strategische Verbindung den globalen Zugang zu den regulierten Märkten des Konzerns erweitert und die Pläne für On-Chain-Infrastruktur sowie tokenisierte Vermögenswerte für US-Investoren beschleunigt.

Beide Unternehmen entwickeln gemeinsam Lösungen für Clearing und Risikomanagement sowie eine Multi-Chain-Architektur für Verwahrung und Wallets. Tokenisierte Aktien versprechen niedrigere Transaktionskosten, verkürzte Abwicklungszeiten und einen vereinfachten globalen Zugang zu US-Wertpapieren. Die blockchain-basierte Infrastruktur ermöglicht potenziell einen durchgängigen Handel rund um die Uhr und reduziert die Anzahl beteiligter Intermediäre. Für OKX stellt die Zusammenarbeit zugleich ein Signal hinsichtlich Reputation und Compliance dar, nachdem die Börse 2025 mehr als 500 Millionen Dollar zur Beilegung eines US-Verfahrens zahlte.

ICE positioniert sich im Krypto-Markt

Die OKX-Beteiligung reiht sich in eine Serie strategischer Krypto-Investments von ICE ein. Der Konzern gehörte zu den Frühinvestoren bei Coinbase und investierte im Oktober 2025 bis zu zwei Milliarden Dollar in die Vorhersageplattform Polymarket bei einer Bewertung von acht bis neun Milliarden Dollar. ICE-Vizepräsident Michael Blaugrund verweist darauf, dass künftige Konkurrenten traditioneller Börsenbetreiber nicht zwangsläufig etablierte Institutionen wie CME oder Nasdaq sein werden, sondern möglicherweise als DeFi-Protokolle oder Super-Apps auftreten. Als Beispiele nennt er explizit Robinhood und Uniswap.

Mit der New York Stock Exchange betreibt ICE die nach Marktkapitalisierung größte Aktienbörse weltweit sowie Terminbörsen und Clearinghäuser. Der Konzern erreicht eine Marktkapitalisierung zwischen 70 und 80 Milliarden Dollar. Die OKX-Bewertung von 25 Milliarden Dollar ist zwar erheblich, liegt aber deutlich unter dem eigenen Börsenwert von ICE. Die Transaktion stellt somit ein kalkuliertes strategisches Investment dar, keine transformative Übernahme. ICE verfolgt damit das Ziel, als Distributor von Krypto-Marktdaten aufzutreten und gleichzeitig Infrastruktur für tokenisierte Vermögenswerte in regulierten Märkten zu etablieren.

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