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Bundesbankpräsident Nagel: Digitaler Euro und Euro-Stablecoin bedeuten Dollar-Unabhängigkeit

source-logo  crypto-news-flash.com 17 Februar 2026 17:17, UTC
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  • Bundesbankpräsident Joachim Nagel hat beim Neujahrsempfang der Amerikanischen Handelskammer in Frankfurt deutlich gemacht, dass Europa bei Zahlungssystemen und Zahlungsanwendungen unabhängiger vom Dollar werden sollte.
  • Er machte klar, dass dazu auch der digitale Euro gehört, sowohl in der Retailversion für Privatpersonen und Einzelhandel, als auch in der programmierbaren Wholesale-Version für Unternehmen, um internationale Zahlungen kostengünstiger zu machen.

Die USA haben aus EU-Sicht ein mangelhaftes Regulierungsinstrumentarium für digitales Geld. Doch digitales Geld haben sie massenhaft und zwar in Form von Dollar-Stablecoins.

In der EU ist es umgekehrt: Sie hat mit den MiCAR ein fabelhaftes Regulierungssystem. Es hat Jahre gedauert bis es fertig war, aber am Ende haben sich alle 27 Mitgliedstaaten auf die Regulierung des digitalen Geldes geeinigt. Nur eins hat man in der Eile vergessen: das digitale Geld. Es gibt schlicht keins, jedenfalls nicht auf Euro-Basis.

Die paar existierenden EURO-Stablecoins haben einen hoffnungslosen Anteil von maximal 0,3 % am globalen Stablecoin-Markt. Dollar-Stablecoins haben über 99% Marktanteil, und der verschwindend geringe Rest geht an Exoten wie den Hongkong-Stablecoin und ein paar andere.

Aber ist da nicht der Digitale Euro? Doch, aber der kommt frühestens 2029.

Euro‑Stablecoins und Digitaler Euro

Bundesbankpräsident Nagel erklärte, regulierte Euro‑Stablecoins seien eine sinnvolle Ergänzung zum geplanten Digitalen Euro. Sie hätten insbesondere im internationalen Zahlungsverkehr erhebliche Vorteile, da sie schnelle, kostengünstige Transaktionen ermöglichen.

Für Unternehmen und Verbraucher würden sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben, internationale Zahlungen ohne die heute üblichen Verzögerungen und Gebühren abzuwickeln.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Euro-Stablecoins vollständig gedeckt und unter nationaler oder EU-Zentralbank Aufsicht ausgegeben werden. Nur so kann Vertrauen geschaffen und eine stabile Nachfrage aufgebaut werden.

Europa handelt jetzt oder wird abgehängt

Während die USA und Teile Asiens ihre digitalen Zahlungsinfrastrukturen bereits aktiv ausbauen, ist Europa dabei, ins Hintertreffen zu geraten. Der Bundesbankpräsident sieht daher dringenden Handlungsbedarf, um die Modernisierung des Europäischen Zahlungssystems voranzutreiben.

Quelle: Europäische Zentralbank

Die EU könnte mit dem digitalen Euro und ihrem klaren Regulierungsrahmen für Euro-Stablecoins ihre Position im globalen Finanzsystem stärken, ihre wirtschaftliche Position bewahren und auf Augenhöhe mit den USA und China agieren.

Doch das Zeitfenster steht nicht mehr lange offen.

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