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Nur 5 % der Unternehmen sehen eine Gewinnsteigerung durch KI, sagt der Vorsitzende von McKinsey China auf der Consensus

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Fast jedes große Unternehmen weltweit experimentiert mit künstlicher Intelligenz, doch nahezu keines verändert sich dadurch wesentlich, sagte Joe Ngai, Vorsitzender von McKinsey Greater China, gegenüber Consensus Hongkong am Donnerstag.

Interne Umfragen zeigen, dass 98 % der Führungskräfte in Unternehmen berichten, dass sie irgendeine Form von KI implementiert haben, sagte Ngai. Doch auf die Frage, wie viel davon im großen Maßstab eingesetzt wird, „fällt diese Zahl erheblich“ auf unter 20 %, so seine Aussage. Bei messbarem Gewinnimpact liegt der Wert bei 5 %.

Das Nadelöhr, so argumentierte Ngai, liegt nicht in der technischen Leistungsfähigkeit, sondern im organisatorischen Aufbau.

Moderne Unternehmen, sagte er, basieren auf „Schichten von Menschen, Hierarchien, Managern und Berichterstattung.“ In einer AI-nativen Welt wird diese Struktur zur Reibung.

Anstatt Geschäftsmodelle neu zu überdenken, setzen die meisten Unternehmen KI-Pilotprojekte auf bestehende Prozesse auf, holen Genehmigungen ein, testen kleine Anwendungsfälle und schützen Berichtslinien.

„Genau dort erzielt man eigentlich nicht den größten Nutzen aus der KI“, sagte Ngai. „Der Engpass bei der Implementierung von KI sind tatsächlich die Menschen.“

Aus seiner Perspektive in China sieht Ngai einen anderen Ansatz. Chinesische Unternehmen haben ein Jahrzehnt damit verbracht, ihre Abläufe im Bereich Mobilität und Daten zu digitalisieren. Infolgedessen ist die „Akzeptanz … von agentischer KI wesentlich größer“ und es gibt weniger Widerstand seitens der Arbeitsstrukturen und der traditionellen Governance.

Im Gegensatz zum westlichen Diskurs, der sich häufig auf Grenzmodelle und künstliche allgemeine Intelligenz konzentriert, ist Chinas Schwerpunkt pragmatisch: „Es wird viel weniger über die Modelle gesprochen … es wird viel mehr über die Nutzung gesprochen.“

Ngai hob zudem die verkörperte KI hervor, wie Robotik, Automatisierung und autonomes Fahren, als eine bedeutende Zukunftsgrenze. Angesichts der Größe der chinesischen Lieferkette prognostiziert er eine bevorstehende „Roboter-Dividende“ und argumentiert, dass das Land bald mehr Roboter als Menschen einsetzen könnte, um den demografischen Rückgang auszugleichen und die industrielle Produktivität neu zu gestalten.

Ngai beschrieb das Jahr 2026 als geprägt von zwei gegensätzlichen Kräften: geopolitischer Unsicherheit und technologischer Beschleunigung. CEOs navigieren einerseits durch Zolltarife und Fragmentierung, andererseits durch KI-getriebene Transformation. Dennoch bleiben die Unternehmensgewinne robust.

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