- Dass ein Unternehmen aus Abu Dhabi fast die Hälfte von Donald Trumps Krypto-Unternehmen World Liberty Financial übernommen hat, sorgt in den USA aktuell für politische Unruhe – auch wenn man dort inzwischen einiges gewohnt ist.
- Käufer ist Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, einer mächtigsten Strippenzieher in den Emiraten. Er ist nationaler Sicherheitsberater der VAE, kontrolliert mehrere Staatsfonds und ist Chef des KI‑Konzerns G42, der weltweit in großem Stil in KI investiert.
Der „Deal“ fand bereits im Januar 2025 statt, wenige Tage vor Trumps Amtseinführung. Über die Firma „Aryam Investment 1“ flossen insgesamt 500 Millionen Dollar in $WLFI, davon 250 Millionen unmittelbar nach Vertragsabschluss. Ein erheblicher Teil dieser Summe ging laut Medienberichten direkt an Unternehmen der Trump‑Familie sowie an Firmen des Immobilienunternehmers Steve Witkoff, der gleichzeitig – welch ein Zufall – als US‑Gesandter im Nahen Osten tätig war.
Politische Entscheidung im Schatten des Deals
Besonders heikel ist die zeitliche Abfolge: Der Vertrag wurde wenige Tage vor Trumps Amtsantritt unterzeichnet.
Kurz darauf folgte ein Besuch Tahnoons im Weißen Haus. Vier Monate danach genehmigte die US-Regierung die Lieferung von 500.000 State-of-the-Art Nvidia-Chips pro Jahr an die Emirate. 20 Prozent davon, 100.000 Stück pro Jahr, gehen an Tahnoons eigenes Unternehmen G42. Der Vertrag läuft bis 2027 und hat eine Verlängerungsoption bis 2030.
Es ist eine Entscheidung, die die Biden-Regierung aus gutem Grund zuvor abgelehnt hatte. Die Kritiker sehen darin eine direkte Vermischung privater Geschäftsinteressen mit staatlicher Technologie-Politik, was in den USA traditionell als besonders heikel gilt – im Nahen Osten oft aber geradezu die Voraussetzung für einen Geschäftsabschluss ist.
Krypto-Projekt mit politischer Brisanz
$WLFI ist ein ambitioniertes Projekt, das Kryptowährungen, Tokenisierung und Vermögensbildung kombinieren soll. Die Sache mit der Vermögensbildung hat bis jetzt zumindest für die Trump-Familie bestens geklappt. Sie hält immer noch die Mehrheit an dem Unternehmen und profitiert damit direkt von dessen wirtschaftlichem Erfolg.
Dass einem Staat, dessen generelle US-Freundlichkeit von vielen bezweifelt wird, nun eine kritische Hardware-Technologie in Millionen-Stückzahl frei Haus geliefert wird, wirft Fragen nach Einfluss, Transparenz und Kontrolle der finalen Verwendung auf. Rechtsexperten und der Kongress diskutieren jetzt, ob der Deal eine neue Form politischer Verwundbarkeit schafft.
Fest steht: Die Verflechtung aus Krypto, geopolitischen Interessen und persönlichem Profitstreben macht diesen Fall zu einem der umstrittensten Finanzgeschäfte der jüngeren US‑Politik.
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