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Mit künstlicher Intelligenz zum eigenen NFT


www.btc-echo.de 14 Oktober 2021 09:00, UTC
Lesezeit: ~4 Min.

NFT sind leere Hüllen, die fließende Übergänge zwischen Kunstgattungen ermöglichen: Bild, Video und Ton lassen sich über die Token zu multimedialen Gesamtkunstwerken anmischen. Für Kreative, die ihre NFT mit Musik untermalen wollen, aber keinen Schimmer von Recording haben, bietet die KI-basierte Plattform Loudly die passende Lösung.

Durch den Siegeszug von Non-fungible Token erleben Kunst- und Musik-Industrie eine Renaissance im Digitalzeitalter. Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien und nur wenigen Kreativen vergönnt war, mausert sich durch NFT zum neuen Status Quo: Die Möglichkeit, von und durch Kunst zu leben. Man ist nicht mehr auf Verträge mit Labels oder den Verkauf durch Galerien und Auktionshäuser angewiesen. NFT demokratisieren den Zugang zum Markt – für beide Seiten: Kunstschaffende und -Sammler:innen. Der Vertrieb lässt sich in Eigenregie abwickeln und über Plattformen wie Opensea oder Rarible kann im Grunde jeder, der des Mintens (also der Prägung von NFT) mächtig ist, Kunst und Musik anbieten. Ein bislang spärlich genutztes Werkzeug im NFT-Bereich ist die künstliche Intelligenz, die sich jedoch als wesentlicher Treiber erweisen könnte. Wie Künstler:innen ihre kreativen Prozesse mithilfe von KI vereinfachen können, zeigt das Berliner Unternehmen Loudly.

Loudly ist eine Plattform, über die sich KI-generierte Musik ohne Vorkenntnisse praktisch im Autopilot-Modus arrangieren lässt. Bausteine aus einer 120.000 Audiodateien umfassenden Musikbibliothek, die damit eine der weltgrößten KI-Musikdatenbanken darstellt, lassen sich beliebig durcheinander würfeln und mit wenigen Klicks zu ausproduzierten Musiktiteln arrangieren. Das Repertoire verschiedener Stilrichtungen lässt dabei kaum Wünsche offen. Entscheidend ist jedoch: Künstler:innen erhalten die vollen Besitzrechte an den Titeln und können sie für sämtliche Zwecke weiterverwenden. Dadurch ist die Plattform insbesondere für NFT-Artists attraktiv, die ihre Token auch ohne musikalisches Know-how vertonen können.

Loudly vernetzt KI mit NFT

Darin verortet Loudly-CEO Rory Kenner auch eines der wesentlichen Anwendungsgebiete, wie er uns im Gespräch verrät. Ziel der Plattform sei es folglich, “die herausragende Musik-Engine für die Creator Economy und damit auch für die NFT-Künstler- und Metaverse-Welt zu werden”. Loudly soll eine wichtige Stütze beim Schaffensprozess werden, mit der Kreative ihren Token auch letztlich einen Hauch von Exklusivität geben können. “Bildende Künstler können nun ihre eigenen Soundtracks für ihre NFT-Kunst erstellen und somit den Wert steigern”, so Kenner.

Und das, ohne in Copyright-Schwierigkeiten zu kommen, da die Verwertungsrechte der Musikstücke vollständig beim Künstler liegen. Über Loudly ließe sich zudem eine breite Musiksammlung mit wenigen Handgriffen anlegen. “Für Musiker sehen wir einen sehr interessanten Bereich, in dem sie unsere KI-Musik-Engine nutzen können, um ihre Master-Tracks sofort neu zu mischen und so zehn neue Songs aus dem Original-Master zu erstellen”. So könne jeder Token einer NFT-Kollektion mit einem individuellen Begleitstück untermalt werden: “Das Tolle daran ist, dass Kunstschaffende die Remix-Tracks dann als NFT verkaufen und einen “Sammlerstück”-Katalog rund um ihren Original-Track erstellen können”. Eine Win-win-Situation, meint Kenner. “Schließlich ist der Aufwand gering und die Fans haben mehr Inhalte, mit denen sie sich beschäftigen können”.

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Die Kreativbranche im Umbruch

Der NFT-Vormarsch läute Rory Kenner zufolge zudem nicht weniger als einen Paradigmenwechsel ein. Er betont dabei vor allem drei wesentliche Errungenschaften. “Das diversifizierte Eigentum ermöglicht es, in hohem Maße unabhängig von den Anforderungen der großen Labels zu bleiben, für Fans bietet sich eine neue Form des Anreizes und Künstler:innen werden über neue Arten von “Kreationen” verfügen, die sie über NFT monetarisieren können, wie Videos, virtuelle Gegenstände oder Remixe”.

Geht es nach dem Loudly-Geschäftsführer, nimmt die künstliche Intelligenz eine wichtige Funktion bei diesem Transformationsprozess ein: “Die größte Auswirkung der KI auf Künstler in der nahen Zukunft wird sein, dass sich KI-gestützte Werke in den Bereichen Bild, Video und Musik rasant weiterentwickeln, was bedeutet, dass alle gleichermaßen Zugang zu neuen KI-Tools haben werden, die ihre Arbeitsweise und ihre Ausdrucksmöglichkeiten beeinflussen werden”. Es zeigt sich einmal mehr: Die vielfältigen NFT-Synergieeffekte stehen noch am Anfang und deuten ihr Potenzial gerade erst an.


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