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Bitcoin Mining Verbot in New York bahnt sich an


bitcoin-2go.de 25 April 2022 05:15, UTC
Lesezeit: ~5 Min.

New York ist für seine strengen Regularien gegenüber der Kryptobranche bekannt. Nun bringen Politiker zwei neue Gesetzesvorschläge ein, die einerseits ein Verbot von Proof of Work Mining und andererseits einen Bann von Rugpulls fordern.

Kritik an BTC wegen des Energiebedarfs nimmt zu

Immer wieder geraten der Bitcoin und ähnliche Blockchains in die Kritik. Der Grund: Proof-of-Work (PoW) Algorithmen verbrauchen oft große Mengen an Strom. Für einige Betrachter ist der Stromverbrauch offenbar zu groß.

Kryptowährungen wie der Bitcoin werden durch PoW geschürft. Im Vergleich zum Hauptkonkurrenten Proof of Stake (PoS) gilt PoW als besonders sicher und deutlich dezentralisierter.

Die hohe Sicherheit geht jedoch mit einem größeren Stromverbrauch einher, der von Kritikern wiederum als besonders umweltschädlich eingestuft wird. Häufig verzichten Kritiker auf eine angemessene Einordnung.

Wie Bitcoin2Go schon im vergangenen Sommer berichtete, ist der Energiebedarf des Bitcoin im Vergleich zu ähnlichen Netzwerken keinesfalls besonders hoch. Darüber hinaus verwenden viele Bitcoin Miner bereits heute Strom aus nachhaltigen Quellen oder überflüssige Energie.

Galaxy Digital präsentiert Analyse zum Bitcoin Stromverbrauch
Die US-Investmentfirma Galaxy Digital präsentiert unter ihrem Geschäftsführer Michael Novogratz eine Analyse zum Stromverbrauch von Bitcoin (BTC).

Dennoch gibt es für den Bitcoin aufgrund seines Stromverbrauchs immer wieder Rückschläge. So auch durch den vorherigen Langzeitunterstützer Elon Musk, der 2021 den Verkauf von Fahrzeugen der Marke Tesla gegen Bitcoin aus diesem Grund einstellte.

New York will zumindest vorübergehendes Bitcoin Mining Verbot

Der US-Bundesstaat New York will PoW-Algorithmen nun zumindest zeitweise auf Eis legen. Auch in diesem Fall ist der Energiebedarf des Bitcoin der ausschlaggebende Grund für diese Entwicklung – jedenfalls offiziell.

Die demokratischen Politiker Anna Kelles und Kevin Parker brachten das Gesetz jeweils im Senat sowie im Unterhaus New Yorks ein. Die Gesetzesvorschläge sind unter den Kürzeln S6486D und A7389C zu finden.

Damit tritt New York in die Fußstapfen der EU, in der ein tatsächliches PoW-Verbot ebenfalls in die Diskussion kam. Der MiCA-Entwurf scheiterte zumindest in einer Version, die den Bann forderte.

MiCa Abstimmung: EU verbietet kein Bitcoin & Proof of Work
Die mit Spannung erwartete Abstimmung im EU-Parlament für den MiCa Entwurf und einem potenziellen Verbot für das Bitcoin Mining hat ein positives Ende gefunden.

Der neue Erlass sieht eine Unterstützung des Umweltschutzgesetzes vor. Die federführenden Politiker begründen ihn wie folgt:

Die Blockchain ist eine innovative Technologie, welche die Speicherung und effektive Übertragung von Informationen ermöglicht.

Allerdings überwiegen laut Einschätzung der zuständigen Politiker nicht die Vorteile. Der negative Einfluss der PoW-Blockchains sei sogar so immens, dass man die Bürger New Yorks davor schützen müsse.

Es ist ein Umweltproblem und ein soziales Problem. Wir dürfen nach unseren gesetzlichen Verpflichtungen nicht davor zurückweichen, diese katastrophalen Auswirkungen auf die Einwohner von New York zu verhindern.

Von einem kompletten Verbot ist allerdings keine Rede. Viel eher streben die Politiker ein Moratorium an – sie wollen den Betrieb also zumindest zeitweise unterbinden, bis eine abschließende Einschätzung stattgefunden hat.

Einschränkungen fänden nur gegenüber Mining-Zentren statt, die auf fossilen Brennstoffen aufbauen. In vorherigen Versionen der Gesetzesvorschläge forderte man eine zweijährige Sperre für die Lizenzierung neuer Mining-Zentren. Nun will man auch die Erneuerung von Lizenzen beschränken.

In der EU waren die Befürworter des PoW-Verbots in der Minderheit. New York ist hingegen deutlich von Demokraten dominiert, welche die Gesetzesvorschläge entwickelten. Es ist daher durchaus denkbar, dass sie Erfolg haben.

Die Gesetze befinden sich aktuell in der Bearbeitung der Legislative und sind noch nicht verabschiedet. Sie sind seit 2021 in der Planung und erfuhren seitdem verschiedene Veränderungen.

New York hat Reputation als kryptofeindlicher Staat

New York hat spätestens seit der Einführung der berüchtigten BitLicense im Jahr 2014 eine Reputation als kryptofeindlicher US-Staat. In der Folge zogen sich viele Unternehmen aus New York zurück und bieten dort häufig bis heute keine Dienste mehr an. Zumindest hatte sich der Bürgermeister von New York City, Eric Adams, als Bitcoin-Befürworter präsentiert.

Das föderale System der USA fällt in diesem Zusammenhang besonders stark auf. Während Bewohner New Yorks viele Dienstleistungen nicht in Anspruch nehmen können und nun sogar ein praktisches Verbot von PoW-Mining droht, entwickelten sich andere Staaten zum Krypto-Paradies.

Eine besonders wichtige Rolle spielt der zweitgrößte Bundesstaat Texas, in dem sich seit dem Mining- und Krypto-Verbot in China viele Miner niederliessen. Neben ausreichender Fläche und günstigem Strom lockt eine kryptofreundliche Administration.

New York ist hingegen weniger bedeutsam. Vormals große Einrichtungen wie solche in Plattsburgh sind größtenteils wieder geschlossen und abgewandert. Plattsburgh liegt im US-Bundesstaat New York und erklärte Krypto-Mining bereits im Frühjahr 2018 temporär für verboten, nachdem viele Einwohner die Neuankömmlinge hart kritisierten.

Dass New York einen wesentlichen Einfluss auf das PoW-Mining hat, ist nahezu ausgeschlossen. Viele Miner werden immer wieder verdrängt. Eine ständige Wanderung ist in der Branche bereits bekannt.

Entsprechend ist es anzunehmen, dass die verbliebenen Miner in New York ihre Betriebe in andere US-Bundesstaaten verlagern.

New York will Krypto-Betrug wie Rugpulls verhindern

Wiederholt kommt es in der Kryptobranche zu sogenannten Rugpulls (auch Exit Scam), bei denen vermeintliche Entwickler Geld von Kunden einsammeln und mit diesem dann verschwinden. Die Kunden hofften auf eine frühzeitige Investition, werden aber ohne Produkt zurückgelassen.

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In der Hoffnung, die Täter künftig hart bestrafen zu können, bringt der demokratische Abgeordnete Kevin Thomasden Gesetzesvorschlag S8839 ein. Das Gesetz gibt der Judikative genauere Vorgaben zur Bestrafung der Täter.

Entwickler möchte man dazu zwingen, ihre eigenen Anteile am Krypto-Projekt auf der Frontseite ihrer Plattform zu teilen. Einen Rugpull definiert das Gesetz als den Fall, dass mehr als zehn Prozent der eigenen Token innerhalb von fünf Jahren [von den Entwicklern] verkauft werden, nachdem man die Token zum Kauf anbot.


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