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SAP und EY unterstützen Ethereum-basierte Weinplattform


www.btc-echo.de 2019-11-14 12:00
Lesezeit: ~3 Min.

Das in Singapur ansässige Unternehmen Blockchain Wine hat den TATTOO Wine Marketplace ins Leben gerufen. Die Kunden der digitalen Plattform können Qualitätsweine aus aller Welt erwerben. Die Herkunft und Echtheit des Rebensafts lässt sich mit Hilfe der Ethereum Blockchain zweifelsfrei bestätigen. TATTOO setzt hierbei auf Software-Lösungen von Ernst & Young (EY) und SAP.

Laut Pressemitteilung richtet sich der digitale Weinladen an Kunden aus dem asiatischen Pazifikraum. Er soll unter anderem dazu beitragen, diesen Markt für Erzeugnisse aus den europäischen Weinanbaugebieten sowie aus Nord- und Südamerika zu erschließen. Wesentliches Ziel dabei ist, eine Nachverfolgbarkeit der Weine zu gewährleisten. Eben hierfür kommt die Ethereum Blockchain zum Einsatz. Tim Tse, Gründer und Vorsitzender von Blockchain Wine, erklärt:

Mit dem TATTOO Weinmarktplatz ist jede Flasche vom Ursprungsort bis zur Direktlieferung und zum Verbraucher rückverfolgbar. TATTOO trägt dazu bei, die Vertriebswege zu verkürzen und die Probleme gefälschter Weine zu lösen, optimiert die Lieferketten, erleichtert den Handel und stärkt sowohl die Weingüter als auch die Verbraucher.

Wein, Whiskey und Cola auf Ethereum

Auch die technischen Partner von TATTOO zeigten sich erfreut angesichts des Starts der Weinplattform. Denn für SAP stellt sie einen der ersten Anwendungsfälle dar, bei dem SAP-Software innerhalb einer kommerziellen Blockchain-Plattform Verwendung findet.

Das Entwicklerteam von Ernst & Young ist in dieser Hinsicht gewiss um einiges erfahrener. Die hauseigene EY OpsChain kommt zum Beispiel bereits in einem Finanzverwaltungstool zum Einsatz. Allerdings erachtet auch der Leiter der Blockchain-Abteilung bei EY, Paul Brody, den Start von TATTOO als richtungweisend für die weitere Entwicklung der Branche:

Wir treten nun in eine Ära ein, in der Tausende von Unternehmen routinemäßig Produktionsdaten auf das Ethereum Mainnet übertragen werden – das heißt, digitale Token erstellen, anbieten und verkaufen, mit denen sie ihre Produkte und Dienstleistungen für die Verbraucher darstellen. So sieht das Mainstreaming des Blockchain-Geschäfts heute aus.

Es ist folglich kaum verwunderlich, dass allein der Handel mit Alkoholika eine Fülle weiterer Anwendungsbeispiele liefert. Der schottische Getränkekonzern William Grant & Sons setzt etwa auf eine Blockchain-Lösung, um den eigenen Whisky vor Fälschungen abzusichern. Die Schotten speichern hierfür Daten über den gesamten Produktionsprozess: Von der Lagerung im Fass und dem Reifegrad bis hin zur Abfüllung und Ablieferung landet alles auf der Kette. Kunden erhalten so die Möglichkeit, die Echtheit des Whiskys über einen QR-Code auf dem Etikett zu überprüfen.

Aber auch abseits des Spirituosenhandels nutzen Getränkehersteller zunehmend die Blockchain. Das prominenteste Exempel hierfür ist wohl Coca Cola. Der Großkonzern möchte die Effizienz der eigenen Lieferketten verbessern. Dabei greift auch er auf das Blockchain-Knowhow von SAP zurück.


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