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Warum sich viele Krypto-Fans freuen, wenn Bitcoin fällt

Bitcoin

www.trendingtopics.at 25 Mai 2022 06:20, UTC
  
Lesezeit: ~3 Min.

Wenn die Kurse von Bitcoin, Ethereum und Co in den Süden rasseln, dann gibt es in den Mainstream-Medien sofort zu lesen: „Krypto-Crash“, „Bitcoin-Falle“, „wertlos für die Gesellschaft, „Achterbahn“, und so weiter und so fort. Manche meinen sogar, dass Kryptowährungen nach den Hypes 2017 und 2021 wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden.

„Bitcoin wird es weiterhin geben, aber er wird als Nischending für die wahren Gläubigen, die sich weigern, ihn aufzugeben, oder für die Kriminellen, die ihn für illegale Aktivitäten brauchen, weiterbestehen“, schreibt etwa Ian Gutterman, Gründer der Informed Group, in einem aktuell viel gelesenen Blog-Post. Für ihn ist die Investment-These, Bitcoin sei ein guter Schutz gegen die Inflation, gestorben.

Die These vom Inflationsschutz

Vielmehr seien Inflation und der Aufstieg der Krypto-Assets 2021 zu einer Marktkapitalisierung von fast 3 Billionen Dollar in engem Zusammenhang zu sehen. „Als die Fed mehr Geld druckte, wurden mehr Kryptowährungen geschaffen. Hier gibt es eindeutig eine Korrelation. Das Gelddrucken der Fed führte zu neuen Kryptowährungen, NFTs, Stablecoins und Mining-Aktivitäten“, so Gutterman.

Nun kann man tatsächlich festhalten: Bitcoin und Ethereum haben sich 2021 nicht wie stabile Assets wie Gold verhalten (Gold gilt als der Inflationsschutz schlechthin und hat 2022 fast Rekordniveau erreicht), sondern wie Tech-Aktien. Das sieht man in diesem Chart sehr deutlich, das die Kursentwicklungen seit Jahresbeginn zeigt. Während Gold leicht gewachsen ist, sind die führenden Leit-Indizes von Aktien stark gefallen. Tech-Aktien sind noch stärker gefallen, aber BTC und ETH weisen die größten Verluste seit Jahresbeginn auf:

  • Gold = Gelb
  • Bitcoin = Blau
  • Ethereum = Violett
  • Nasdaq 100 = Türkis
  • Dow Jones = Grün
  • S&P500 = Orange

Die Investment-These, Bitcoin sei ein guter Schutz gegen die Inflation, gilt also nur für jene, die schon länger im Krypto-Business unterwegs sind. Alle, die nach dem zweiten Bitcoin-Hoch am 15. April 2021 (da war der Coinbase-Börsengang) eingestiegen sind (und das sind ziemlich viele Menschen), die haben bis heute wahrscheinlich eher Verluste gemacht – selbst wenn sie mit einem Sparplan regelmäßig BTC kaufen und dann auch die Dips erwischen.

Bei den Krypto-Veteranen, die zumindest schon mal den großen Crash von 2018 miterlebt haben, gibt es aber keine Panik, sondern versteckte Freude. „Buy the dip“, „Bitcoin gibt’s grad zum Diskont-Preis“ oder „1 BTC ist immer noch 1 BTC“ wert sind nur einige der immer wiederkehrenden Kommentare, die man in einschlägigen Chat-Gruppen oder auf Twitter liest. Bitcoin liegt aktuell auf einem Preis-Niveau von Anfang 2021 – also bevor der zweite Krypto-Hype so richtig losging.

Krypto-Winter und 4-Jahres-Zyklus

Nun gehen immer mehr Beobachter:innen davon aus, dass nun der nächste Krypto-Winter ansteht. Viele rechnen damit, dass er etwa zwei Jahre dauern wird. Auch Binance-Chef Changpeng „CZ“ Zhao sprach im Rahmen der Finance-Forward-Konferenz von einem 4-Jahres-Zyklus der Krypto-Industrie. Das bezieht sich auf den vierjährigen Zyklus, den Bitcoin durchmacht: Alle vier Jahre findet das so genannte Halving statt. Dabei wird die Menge neuer BTC, die an Miner ausgeschüttet werden, halbiert. Die Menge neu verfügbarer Coins wird künstlich verknappt.

Das nächste Bitcoin-Halving findet voraussichtlich am 5. Mai 2024 statt. Nach den letzten Halvings 2016 und 2020 ist es jeweils mit einem Jahr Verzögerung zu den Krypto-Booms gekommen. Natürlich sollte man nie von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen; und andere Faktoren wie etwa der Coinbase-Börsengang, die Geldpolitik der US-Notenbank, die Regulierungsbehörden in China oder der EU, globale Wirtschaftsentwicklungen oder die Kurse von Tech-Aktien sind einflussreich.

Trotzdem gibt es aber viele in der Krypto-Industrie, die an zyklische Entwicklungen glauben. Und das sind die, die sich aktuell über verhältnismäßig günstige Preise für Bitcoin, Ethereum und andere Assets freuen (Anmerkung: BTC ist immer noch deutlich teurer als 2020). Sie sagen: Bitcoin und Krypto werden wieder erstarken. Und der Krypto-Winter ist vor allem eines: Time to build.


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