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Bitcoin fällt auf Level von Dezember 2020 – bleiben die Stablecoins stabil?


www.trendingtopics.at 12 Mai 2022 08:30, UTC
  
Lesezeit: ~3 Min.

Bitcoin bei 26.000 Euro? Das hat man zuletzt für einen kurzen Augenblick im Juli 2021 und davor – im Dezember 2020 gesehen. Also zu einem Zeitpunkt, bevor es dann im April 2021 zum ersten Hoch bei mehr als 50.000 Euro rund um den Börsengang von Coinbase ging. Nach dem neuerlichen Crash von Kryptowährungen sind die Gewinne, die BTC seither gemacht hat, wieder dahin – und zur Stunde muss man sich angesichts des raschen Verfalls der letzten Tage fragen: Wie tief kann es noch gehen?

Möglich ist im Krypto-Space alles. Mehrere Beobachter:innen der Kurse haben angemerkt, dass die neuen Levels, auf denen BTC einen Boden finden kann, 30.000 und 24.000 Dollar sind – das beruht auf historischen Werten und hat nur wenig Aussagekraft für die aktuelle Entwicklung. Derzeit ist es vielmehr so, dass Bitcoin und damit viele andere Krypto-Assets sich wie Tech-Aktien verhalten. Auch denen geht es in Folge der US-Zinswende vom 4. Mai gar nicht gut und weisen stark fallende Börsenkurse auf.

Mehr über die Gründe des Krypto-Crashs gibt es im aktuellen Podcast von Trending Topics im Gespräch mit Ulli Spandowski, dem CEO von Bison App, zu hören:

UST, LUNA & der Krypto-Crash – mit Ulli Spandowski von Bison App

Altcoins verlieren noch stärker als BTC

Während Bitcoin als zurück auf einem Niveau von Dezember 2020 gefallen ist, sieht es bei Ethereum ein wenig besser aus. Auch hier gibt es starke Verluste, mit fast 23 Prozent Minus im Vergleich zum Vortag crasht der größte Altcoin der Branche deutlich stärker als BTC. Doch da die Zugewinne in den letzten Jahren auch viel ausgeprägter waren, ist ETH noch lange nicht am Niveau von Ende 2020 angelangt. Damals war Ether bei deutlich weniger als 1.000 Euro – heute sind es noch 1.700 Euro je Token. Allerdings ist auch zu beachten: Altcoins brechen aktuell viel stärker ein als BTC. Hier einige Beispiele:

  • XRP: -30% in 24 Stunden
  • Solana: -38% in 24 Stunden
  • Cardano: -35% in 24 Stunden
  • Avalanche: -39% in 24 Stunden

Weil neben Ethereum auch viele andere Altcoins größere Marktkapitalisierungen aufbauten und außerdem die Stablecoins Tether (USDT) und USD Coin (USDC) zusammen genommen einen Market Cap von mehr als 120 Milliarden Euro aufbauten, liegt die gesamte Marktkapitalisierung von Krypto-Assets heute noch bei deutlich mehr als einer Billion Euro (ca. 1,12 Billionen). Das war 2020 noch lange nicht so, damals lag der Market Cap von Kryptowährungen bei gerade mal etwa 200 Milliarden Dollar.

Die große Frage: Halten die Stablecoins?

In der aktuellen Situation besonders wichtig ist die Frage nach den Stablecoins. Diese werden zur Stunde bei den heiß laufenden Exchanges natürlich dazu genutzt, Krypto-Positionen loszuwerden und in stabilere Assets, die an den Dollar-Kurs gekoppelt sind, zu flüchten. Tether (USDT) und USDC gehören derzeit zu den gefragtesten Krypto-Assets, und derzeit stehen sie sehr stabil bei einem Dollar (mit ganz leichten Abweichungen, die aber auch in der Vergangenheit zu sehen waren).

Allerdings stellt sich die Frage nach dem Kollaps des algorithmischen „Stablecoins“ Terra USD (UST), wie lange das noch gutgehen wird. UST ist aktuell nur mehr 60 US-Cent wert statt einem Dollar, weil das System dahinter in den vergangenen zwei Tagen implodierte und die Macher Terraform Labs nun darum kämpfen, den Token irgendwie wieder in Richtung 1 Dollar zu bringen. Der Token, der bisher dafür zuständig war – LUNA – liegt am Boden, er ist nur mehr 30 Cent wert – vor einem Monat waren es noch knapp 100 Dollar.

US-Politiker haben sich bereits auf das Thema eingeschossen. US-Finanzministerin Janet Yellen hat bereits eine rasche Regulierung gefordert, nun hat sich auch der US-Senator Pat Toomey aus Pennsylvania zu Wort gemeldet. Die jüngsten Wertverluste des Stablecoins TerraUSD würden die Notwendigkeit unterstreichen, dass der US-Kongress einen regulatorischen Rahmen für Stablecoins verabschiedet.

Blutbad für Bitcoin, Cryptos und Tech: US-Zinswende lässt die Märkte krachen


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