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Monero-Entwickler kündigen Hardfork am 16. Juli an


bitcoinblog.de 25 April 2022 07:35, UTC
Lesezeit: ~3 Min.

Der wichtigste Privacycoin Monero (XMR) wird Mitte Juli ein nicht abwärtskompatibles Upgrade des Protokolls durchführen. Dieses bringt einige kleine, aber entscheidende Verbesserungen der bestehenden Technolologie.

Die Monero-Community hat sich auf eine Hardfork am 16. Juli geeinigt. Genauer gesagt: Das Upgrade wird mit Block 2.668.888 aktiviert.

Welche Änderungen bringt das V15 genannte Upgrade?

Kurz zusammengefasst:  V15 soll die Anonymität der Signaturen verbessern. Dazu erhöht es die Größe der Ringe, in welche die Signaturen eingebettet sind, von 11 auf 16. Ferner macht es Transaktionen „leichter“, indem es den Bulletproof-Mechanismus auf eine neue, „bulletproof+“ genannte Version, aktualisiert. Die Einführung von „View Tags“ soll das Scannen der Wallets massiv beschleunigen, und eine neue Gebührenstruktur mehr Resistenz gegen Überlastungsangriffe schaffen.

Nun etwas ausführlicher und mit ein wenig Hintergrundinfo für diejenigen, die es genauer wissen wollen:

Monero verwendet sogenannte Ringsignaturen. Ringsignaturen sind eine relativ junge kryptographische Errungenschaft. Sie sind seit 2001 bekannt, und Monero dürfte ihre größte Anwendung sein. Eine Ringsignatur ist eine digitale Signatur, die von jedem Mitglied eine bestimmten Gruppe erzeugt werden kann, ohne dass erkennbar wird, wer genau aus dem „Ring“ der möglichen Unterzeichner tatsächlich gezeichnet hat. Ringsignaturen sind ein Kernelement von Moneros Privatsphäre, da sie verschleiern, wer eine Transaktion abgesendet hat. Es könnte der eine sein, aber auch der oder die anderen. Dass V15 die Größe des Rings von 11 auf 16 potenzielle Sender erhöht sei der „absolut größte Anstieg des Sets des Basis-Anonymität.“

Bulletproof hingegen ist eine Technologie, um Confidential Transactions zu unterstützen. Confidential Transactions erlauben es, den in einer Transaktion versendeten Betrag zu verschleiern, während ein Zero-Knowledge-Proof es den anderen Knoten des Netzwerkes weiterhin erlaubt, zu prüfen, ob die Transaktion korrekt ist. In Kombination mit Ringsignaturen schafft Monero damit eine beinah perfekte Anonymität. Der für diese Prüfung der Transaktion notwendige Beweis war allerdings zunächst sehr groß. Bulletproofs konnten ihn massiv verkleinern, wodurch Confidential Transactions erstmals skalierten. Bulletproofs+ setzt noch einen drauf. Laut Entwickler macht es Transaktionen „kleiner, schneller zu generieren, und schneller zu verifizieren“, jeweils um circa 5-7 Prozent.

Die View Tags schließlich sind ein Byte große Informationen in Transaktionen. Diese sollen die Dauer, die das Scannen der Blockchain durch eine Wallet braucht, um 30-40 Prozent reduzieren. Damit antworten die Entwickler auf ein nicht unbedeutendes Problem. Denn wegen der hohen Privatsphäre von Monero ist es wesentlich umständlicher, das Guthaben einer Adresse herauszufinden, als bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen (noch genauer: Bei Bitcoin kann man anhand des UTXO-Sets das Guthaben einer Adresse rausfinden, während bei Monero eine Wallet jede einzelne Transaktion prüfen muss, ob sie mit dem in der Wallet gespeicherten privaten Schlüssel signiert wurde).

Eine Hardfork ist ein nicht abwärtskompatibles Upgrade. Mit einer Hardfork lassen sich bestehende Regeln eines Krypto-Protokolls aufheben und radikal neue Regel einführen. Daher erlaubt eine Hardfork es den Entwicklern, massive Änderungen durchzusetzen. Sie geht allerdings stets mit dem Risiko einher, dass viele Nodes vergessen, das Upgrade durchzuführen, was zu einem Schwund an Netzwerkknoten führen und im schlimmsten Fall eine Spaltung der Blockchain auslösen kann. Eine Hardfork ist ein machtvolles Instrument, benötigt aber Einigkeit in der Community.

Bei Monero scheint dies gegeben zu sein. Mit der V15-Hardfork untermauern die Entwickler erneut den Anspruch, den technisch ausgereiftesten Privacycoin auf dem Markt zu entwickeln und die Technologie anonymer Transaktionen weiter voranzutreiben. Die Juli-Hardfork wird die 15. Hardfork sein, die das Monero-Protokoll durchmacht. Die letzte liegt bereits relativ lange zurück, sie fand am 17. Oktober 2020 statt.

Dabei fällt auf, dass V15 keine fundamentalen Neuerungen einführt. Vorhergegangene Hardforks haben gänzlich neue Technologien wie Confidential Transactions, Bulletproofs oder den Asic- und GPU-resistenten Mining-Algorithmus RandomX eingeführ. V15 wartet mit weniger einschneidenden Änderungen auf – macht aber einige Details deutlich besser. Dies könnte ein Zeichen für die technische Reife sein, die Monero mittlerweile erreicht hat.


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