Morgan wird unter Hausarrest gestellt, darf keinen Krypto-Handel betreiben und keine internetfähigen Geräte benutzen. Außerdem muss sie eine Kaution von 3 Millionen US-Dollar hinterlegen.
US-Bundesagenten beschlagnahmten Anfang Februar rund 94.000 Bitcoins (im Wert von über 3,6 Milliarden US-Dollar) aus einer Bitcoin-Wallet. Die Coins stammen ursprünglich von der Kryptobörse Bitfinex, die 2016 gehackt wurde. Die privaten Schlüssel befanden sich in einem von Lichtensteins Cloud-Konten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben die Angeklagten noch immer Zugang zu Bitcoin im Wert von über 300 Millionen US-Dollar.
Die Durchsuchungen ergaben Beweise dafür, dass das Paar plante, in der Ukraine oder in Russland ein neues Leben zu beginnen. Während einer Reise in die Ukraine vor drei Jahren richteten sie Finanzkonten und Telefonnummern ein. Auf Lichtensteins Computer fanden die Ermittler Dateien mit gestohlenen ausländischen Identitäten.
Während einer Anhörung am Montag wies die leitende Richterin des US-Bezirksgerichts, Beryl Howell, Behauptungen zurück, wonach die Beweise gegen Lichtenstein und Morgan „fadenscheinig“ seien. Es ging auch um die Frage, ob die Technologie der Verfolgung von Transaktionen eindeutige Beweise liefert. Mit Hilfe dieser Technologie konnten die Ermittler die Angeklagten in Verbindung mit den gestohlenen Coins bringen.
94.000 von Bitfinex gestohlenen Bitcoins beschlagnahmt
Es wird angenommen, dass die letzte Woche beschlagnahmte Wallet, die 94.000 Bitcoins enthielt, unter Lichtensteins Kontrolle stand. Die Vermutung beruft darauf, dass sich die privaten Schlüssel in einer verschlüsselten Datei auf seinem Cloud-Konto befanden.
Howell sagte den Staatsanwälten:
Der Verteidiger hat argumentiert, dass die Regierung nichts vorgelegt hat, was einem direkten Beweis ähnelt. Würden Sie sagen, dass der Fund der Schlüssel ein ziemlich eindeutiger direkter Beweis ist?
Die Staatsanwaltschaft bejahte es. Dann verglich Howell die Situation mit einer rauchenden Pistole.
Morgans Verteidigung hat argumentiert, dass sie eine naive Ehefrau war, die nicht wusste, was ihr Mann tat. Aber die Staatsanwaltschaft ist da einer anderer Meinung. Sie wies darauf hin, dass Morgan einen Hochschulabschluss in Wirtschaftswissenschaften hat und eine aktive Rolle bei der Geldwäsche spielte. Sie belog ihren Buchhalter, die Banken und Kryptobörsen darüber, woher das Geld stammt.
Morgan benutzte ein Unternehmen mit der Bezeichnung Salesfolk, um Geld über Strohfirmen mit Sitz in Hongkong, wo sie lebte, zu waschen. Laut Staatsanwaltschaft hat Salesfolk nie eine Zahlung in Krypto von einem rechtmäßigen Kunden erhalten. Stattdessen nutzte Morgan die Firma, um Coins im Wert von „Hunderten von Millionen“ von „nicht existierenden Kunden für nicht existierende Arbeit“ zu waschen.